Niederländische Versandapotheken umgehen weiterhin deutsche Medikamentenpreise
Lina SeidelNiederländische Versandapotheken umgehen weiterhin deutsche Medikamentenpreise
Niederländische Versandapotheken verstoßen weiterhin gegen deutsche Preisvorschriften für verschreibungspflichtige Medikamente
Trotz der in Deutschlands Sozialgesetzbuch (SGB V) festgelegten Festpreise für rezeptpflichtige Arzneimittel bieten viele niederländische Versandapotheken weiterhin illegale Rabatte und Bonusleistungen an. Nun fordert die Bundesapothekerkammer (ABDA) schärfere Strafen, um diese Praxis zu unterbinden.
Das Sozialgesetzbuch legt zwar verbindliche Preise für verschreibungspflichtige Medikamente fest, doch niederländische Versandapotheken umgehen diese Regelungen weiterhin durch Rabatte und Anreize. Behörden nennen zwar keine konkreten Unternehmen oder Zahlen, doch das Problem besteht fort.
Die ABDA plädiert dafür, Rabatte, Boni oder ähnliche Vergünstigungen für verschreibungspflichtige Arzneimittel ausdrücklich zu verbieten. Zur Durchsetzung schlägt der Verband Geldstrafen von bis zu 300.000 Euro bei Verstößen vor. Zudem sollen bestehende vertragliche Sanktionen in direkte Bußgelder umgewandelt und betroffene Apotheken vorübergehend von der Belieferung versicherter Patienten ausgeschlossen werden.
Für eine bessere Kontrolle empfiehlt die ABDA, die Zuständigkeit beim Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) zu bündeln. Dies würde die Durchsetzung zentralisieren und eine einheitliche Ahndung von Verstößen in der Branche gewährleisten.
Falls die neuen Maßnahmen eingeführt werden, würde die Kontrolle über die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente verschärft. Apotheken, die gegen die Regeln verstoßen, müssten mit hohen Strafen rechnen und könnten ihren Anspruch auf die Versorgung von Kassenpatienten verlieren. Das BAS würde die Einhaltung überwachen und so bestehende Schlupflöcher im System schließen.






