Niederländischer Glücksspielmarkt kämpft um legale Marktanteile vor Lizenzende 2026
Lina SeidelNiederländischer Glücksspielmarkt kämpft um legale Marktanteile vor Lizenzende 2026
Niederländischer Glücksspielsektor steht vor wachsenden Herausforderungen – Lizenzierte Anbieter verlieren Marktanteil
Zum ersten Mal ist der Anteil der Gesamtwetteinsätze, die auf lizenzierte Anbieter entfallen, in den Niederlanden unter 50 Prozent gesunken. Branchenführer und Aufsichtsbehörden kommen am 4. Juni zur Konferenz Gaming in Holland zusammen, um unter dem Motto #ReclaimTheMarket (dt. Den Markt zurückerobern) Lösungen für diese Probleme zu diskutieren.
Die Veranstaltung findet zu einem kritischen Zeitpunkt statt: Die ersten Fünf-Jahres-Lizenzen für Online-Glücksspiel, die 2021 vergeben wurden, laufen am 30. September 2026 aus. Wie die niederländische Glücksspielaufsicht Kansspelautoriteit (KSA) berichtete, betrug der legale Bruttospielertrag (GGR) im Online-Bereich in der zweiten Jahreshälfte 2025 rund 602 Millionen Euro. Dennoch spielten schätzungsweise 20.000 bis 30.000 Nutzer in diesem Zeitraum ausschließlich auf nicht lizenzierten Plattformen.
Branchenverbände und große Anbieter kritisieren die jüngsten Steuererhöhungen scharf. Sie warnen, dass die höheren Kosten Spieler in die Arme unregulierter Anbieter treiben. Die Konferenz wird sich mit diesen Herausforderungen befassen – neben anderen zentralen Themen wie dem Wachstum des illegalen Marktes, dem Spielerschutz und anstehenden regulatorischen Änderungen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Reformen zur Bekämpfung der Geldwäsche (AML). Die erste öffentliche Anhörung zu den neuen AML-Verordnungen (AMLR) und der EU-Geldwäschebehörde (AMLA) fand am 24. März 2026 statt. Der überarbeitete EU-Rahmen für Geldwäscheprävention tritt voraussichtlich am 10. Juli 2027 in Kraft. Willem van Oort, Gründer von Gaming in Holland, bezeichnete die Konferenz als beste Gelegenheit, um den aktuellen Stand des niederländischen Glücksspielmarktes zu analysieren.
Auf dem Programm stehen Sessions zu Regulierung, wirtschaftlichen Druckfaktoren, Fusionen und Übernahmen sowie politischen Einflüssen. Die Veranstalter wollen Klarheit über die anstehenden Neulizenzierungsverfahren schaffen – besonders wichtig für Anbieter, die sich auf die Verlängerungen 2026 vorbereiten.
Die Konferenz am 4. Juni bringt Regulierungsbehörden, Betreiber und Experten zusammen, um den Rückgang der legalen Glücksspielaktivitäten zu stoppen. Angesichts der bevorstehenden Fristen für die Lizenzverlängerungen und der neuen AML-Vorschriften soll die Veranstaltung praktische Lösungen aufzeigen, um Marktanteile zurückzugewinnen.
Die Teilnehmer werden Strategien erörtern, um illegales Glücksspiel einzudämmen und sich gleichzeitig an strengere Regulierungen sowie verändertes Spielerverhalten anzupassen.






