Nigerias Energiewende: Wie Solarstrom teure Dieselgeneratoren ersetzen soll
Hannah RichterNigerias Energiewende: Wie Solarstrom teure Dieselgeneratoren ersetzen soll
Ein neues Thinktank setzt sich für saubere und günstigere Energie in Nigeria ein
Das Access to Energy Institute (A2EI), gegründet von ehemaligen Führungskräften des Unternehmens Mobisol, will teure Dieselgeneratoren durch Solarenergie ersetzen. Als erstes Projekt stehen kleine Unternehmen im Fokus, die mit unzuverlässigen und umweltschädlichen Energiequellen kämpfen.
A2EI wurde von Thomas Gottschalk und Thomas Duveau ins Leben gerufen, den Gründern von Mobisol. Beide verließen das Unternehmen, um bezahlbare und klimafreundliche Energielösungen für das südliche Afrika zu entwickeln. Duveau, heute Strategiedirektor des Instituts, arbeitete zuvor für den WWF Deutschland und Investmentbanken an Projekten für erneuerbare Energien.
Die Forschung des Thinktanks zeigt ein zentrales Problem auf: In Nigeria sind rund 22 Millionen Dieselgeneratoren im Einsatz, die jährlich subventionierten Kraftstoff im Wert von 10 Milliarden Euro verbrauchen. A2EI argumentiert, dass Solarenergie die Kosten senken und die Umweltbelastung verringern könnte. Ein Bericht des Instituts schlägt vor, dass ein 1,5-kVA-Solarsystem für 911 Euro angeboten werden könnte – mit einer Amortisationszeit von fünf Jahren und damit einer realistischen Option für Kleinbetriebe.
Um diesen Wandel zu ermöglichen, fordert A2EI eine Zusammenarbeit zwischen der nigerianischen Regierung, Hilfsorganisationen und internationalen Partnern. Vorgeschlagen wird die Ausweitung des Pay-as-you-go-Modells von Mobisol, das ursprünglich Haushalten den Zugang zu Solarstrom ermöglichte. Nun soll es an die Bedürfnisse von Unternehmen angepasst werden – mit Angeboten wie Solargeneratoren, Schweißgeräten und Kühlsystemen.
Gelingt dieser Vorstoß, könnte Nigerias Initiative für saubere Energie ein Vorbild für die 600 Millionen Afrikaner sein, die noch immer ohne zuverlässigen Stromanschluss leben. Das Institut ist überzeugt, dass eine koordinierte Anstrengung den Energiemarkt auf dem gesamten Kontinent verändern könnte.
Der Plan von A2EI konzentriert sich darauf, Dieselgeneratoren in Nigeria durch Solaralternativen zu ersetzen. Die vorgeschlagenen Solarsysteme für 911 Euro, unterstützt durch staatliche und internationale Förderung, sollen saubere Energie für Kleinunternehmen erschwinglich machen. Der Erfolg des Projekts könnte die Energiepolitik in anderen afrikanischen Ländern mit ähnlichen Herausforderungen prägen.






