07 April 2026, 04:02

Zwei Columbus-Statuen: Ein Mahnmal in Brandenburg und ein Symbol der US-Politik

Ein Holocaust-Denkmal steht in der Mitte einer Straße, umgeben von einem Metallzaun, mit Gras, Bäumen, Häusern, einem Straßenmast und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Zwei Columbus-Statuen: Ein Mahnmal in Brandenburg und ein Symbol der US-Politik

Zwei Christopher-Columbus-Statuen haben in den letzten Jahren ganz unterschiedliche Diskussionen ausgelöst. Die eine steht in der Nähe des Weißen Hauses und wurde 2020 vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump aufgestellt. Eine andere, die 2018 errichtet wurde, markiert einen düsteren Ort in Brandenburg, Deutschland – dort litten während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter. Beide Denkmäler tragen Gewicht, allerdings aus sehr unterschiedlichen Gründen.

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Die Statue in Brandenburg wurde 2018 am Eingang des Gutes Neuendorf im Sande aufgestellt. Sie dient als Mahnmal für die Menschen, die dort in den frühen 1940er-Jahren zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Unter ihnen war Jutta Baumwol, die später nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Ihr Bruder setzte sich für die Errichtung der Statue ein, um sicherzustellen, dass Besucher an sie und die anderen Opfer denken, die an diesem Ort gelitten haben. Jährlich versammeln sich dort Menschen am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und am Tag der Befreiung (8. Mai).

In den USA entschied sich Trump 2020, eine Columbus-Statue in der Nähe des Weißen Hauses aufzustellen. Dies geschah während der landesweiten Proteste der Black-Lives-Matter-Bewegung, als zahlreiche Denkmäler kolonialer Persönlichkeiten gestürzt oder entfernt wurden. Italienisch-amerikanische Gruppen unterstützten die Aufstellung und sahen darin einen Schutz ihres kulturellen Erbes. Kritiker hingegen werteten sie als Widerstand gegen die Auseinandersetzung mit der gewalttätigen Kolonialvergangenheit der USA.

Im Mai wird die Brandenburg-Statue besonders viele Besucher anziehen – anlässlich von Jutta Baumwols Geburtstag. Das US-Denkmal hingegen bleibt ein Symbol für die anhaltende Debatte über historische Erinnerung und nationale Identität.

Die beiden Statuen stehen heute als gegensätzliche Zeichen der Geschichte. Die eine ehrt die Opfer von Kriegsverbrechen und Unterdrückung, die andere spiegelt die politischen Spannungen um das koloniale Erbe wider. Beide ziehen weiterhin Aufmerksamkeit auf sich – die eine durch stille Erinnerung, die andere durch öffentliche Kontroversen.

Quelle