Lehrer sollten entschiedener gegen Antisemitismus in Schulen vorgehen - NRW geht mit digitaler Plattform gegen Antisemitismus an Schulen vor
Nordrhein-Westfalen führt neue Maßnahmen gegen wachsenden Antisemitismus an Schulen ein
Die Initiative folgt auf einen deutlichen Anstieg von Vorfällen nach dem Hamas-Angriff im Oktober 2023. Lehrer und Lehrerinnen erhalten nun spezielle Werkzeuge, um feindselige Haltungen gegenüber Jüdinnen und Juden sowie Israel im Unterricht zu erkennen und darauf zu reagieren.
Eingeführt wurde die digitale Plattform "Amudim", die Pädagoginnen und Pädagogen unterstützt. Sie hilft, subtile Formen von Antisemitismus zu entschlüsseln – etwa verschleierte Sprache, Klischees oder scheinbar harmlose "Witze". Solche Verhaltensweisen werden oft übersehen oder als harmlos abgetan, können aber zu einem feindseligen Klima beitragen.
Die Plattform stellt Fakten, historischen Kontext und Unterrichtsmaterialien bereit. Ziel ist es, Lehrkräfte auf Vorfälle vorzubereiten, die nicht immer offensichtlich sind. Schulen sind nun verpflichtet, jeden Fall zu prüfen und zu entscheiden, ob polizeiliche oder juristische Schritte erforderlich sind.
Im Jahr 2024 stiegen die gemeldeten antisemitischen Vorfälle in der Region um 42 Prozent – insgesamt 940 Fälle. Auch auf der Website des Bildungsministeriums finden sich ausführliche Handlungsempfehlungen. Behörden betonen, dass eine konsequente Wahrnehmung und Reaktion entscheidend sind, um das Problem wirksam zu bekämpfen.
Die neuen Ressourcen sollen Lücken in der schulischen Antisemitismus-Prävention schließen. Durch klarere Handlungsanweisungen für Lehrkräfte hofft das Land, Unsicherheiten abzubauen und die Reaktionen zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen frühzeitige Intervention und Aufklärung, um eine weitere Zuspitzung zu verhindern.
AKTUALISIERUNG — 01.03.2026 02:16
NRW startet AMUDIM-Plattform gegen Schulantisemitismus
Ministerin Dorothee Feller hat die AMUDIM-Plattform am 25. Februar 2026 offiziell vorgestellt, in Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Das Tool verbindet aktuelle Antisemitismusforschung mit bewährten Lehrmethoden, um Lehrkräfte zu unterstützen. "Unser Ziel ist es, langfristige Handlungsfähigkeit in Schulen zu verankern.", sagt Bert Römgens der jüdischen Gemeinde und betont den Fokus auf praktische Reaktionsstrategien.
Antisemitismus in NRW-Universitäten bleibt bestehen, während pro-palästinensische Gruppen ihre Taktik ändern
Expertenberichte zeigen, dass Antisemitismus in NRWs Hochschulbereich weiterhin ein drängendes Problem ist. Die akademische Freiheit wird herausgefordert durch:
- Pro-palästinensische Akteure, die von Protestcamps 2024 zu Universitätsvorlesungen und Symposien umleiten.
- Anti-Israel-Positionen, die über akademische Veranstaltungen verbreitet werden, während israelische Wissenschaftler Boykottversuche erfahren.
- Eine zentrale Beratungsstelle warnt davor, dass feindliche Rhetorik zunehmend in regelmäßigen Lehrveranstaltungen verankert ist.