24 March 2026, 18:35

Paraguay kämpft gegen illegales Bitcoin-Mining und nutzt Wasserkraft für staatliche Projekte

Wasserkraftwerk mit herausfließendem Wasser, das eine große Wolke bildet, und einer Stromerzeugungsmaschine auf der rechten Seite.

Paraguay kämpft gegen illegales Bitcoin-Mining und nutzt Wasserkraft für staatliche Projekte

Paraguay unternimmt Schritte, um illegales Bitcoin-Mining einzudämmen, und lotet gleichzeitig Möglichkeiten aus, seine überschüssige Wasserkraft für staatlich kontrollierte Aktivitäten zu nutzen. Das Land, in dem sich eines der größten Wasserkraftwerke der Welt befindet, verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Kryptoaktivitäten – sowohl legaler als auch illegaler Natur – bedingt durch günstige und reichlich verfügbare Energie. Nun arbeiten die Behörden an einem Plan, um beschlagnahmte Mining-Hardware für offizielle Zwecke wiederzuverwenden.

Der Großteil des paraguayischen Stroms stammt aus dem Itaipú-Staudamm, einem der größten Wasserkraftwerke weltweit. In den vergangenen fünf Jahren schwankte dessen Produktion stark: von einem Tiefstand von 103,9 TWh im Jahr 2021 – bedingt durch Dürre – bis zu einem Rekordwert von 116,8 TWh im Jahr 2025. Die jährliche Erzeugung liegt in der Regel zwischen 90 und 110 TWh, abhängig von Wasserständen, Nachfrage und Energieabkommen mit Brasilien. Eine Überarbeitung des Vertrags im Jahr 2023 ermöglichte Paraguay, seinen Anteil an nutzbarer Energie von 45 % auf bis zu 100 % zu erhöhen und die festen Exportmengen zu reduzieren.

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Die günstige und reichlich vorhandene Wasserkraft hat das Land zu einem Hotspot für das Schürfen von Kryptowährungen gemacht. Mit etwa 43 Exahashes pro Sekunde (EH/s) liegt Paraguay derzeit auf Platz vier der weltweiten Mining-Aktivitäten und trägt rund 4 % zur globalen Hash-Rate bei. Illegale Operationen haben jedoch zu häufigen Stromausfällen und finanziellen Verlusten für ANDE, den staatlichen Energieversorger, geführt.

Als Reaktion darauf haben die Behörden Tausende nicht genehmigte Mining-Anlagen beschlagnahmt und vom Netz genommen. Nun planen ANDE und das Technologieunternehmen Morphware, etwa 30.000 konfiszierte ASIC-Geräte wiederzuverwenden. Das Vorhaben zielt darauf ab, die überschüssige Wasserkraft Paraguays für staatlich kontrolliertes Bitcoin-Mining zu nutzen und so eine regulierte Alternative zu illegalen Aktivitäten zu schaffen.

Die Verantwortlichen prüfen drei Hauptoptionen für den Umgang mit den geschürften Bitcoins: den sofortigen Verkauf, die Haltung als strategische Reserve oder den Einsatz von Derivaten zur Absicherung gegen Marktrisiken.

Der Plan, beschlagnahmte Mining-Ausrüstung wiederzuverwenden, könnte Paraguay helfen, illegale Aktivitäten in eine regulierte Branche umzuwandeln. Durch die Nutzung überschüssiger Wasserkraft könnte das Land zudem finanzielle Verluste verringern und gleichzeitig seine energetischen Vorteile ausspielen. Der Erfolg wird davon abhängen, wie die Behörden die geschürften Vermögenswerte verwalten und die Einhaltung der Energievorschriften durchsetzen.

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