24 March 2026, 02:35

PKV-Verband bewertet neues Apotheken-Gesetz mit gemischten Signalen

Blauer Hintergrund mit weißer Schrift und Logo, das "19 Millionen Amerikaner werden geschätzt jährlich 400 USD an Arzneikosten sparen" anzeigt.

PKV-Verband bewertet neues Apotheken-Gesetz mit gemischten Signalen

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) hat zum neuen Apotheken-Versorgungsweiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) Stellung genommen, das die Rolle der Apotheken in der Prävention und Früherkennung von Krankheiten stärken soll. Zwar begrüßt der Verband einzelne Maßnahmen wie erweiterte Impfkompetenzen und die Notfallversorgung mit Medikamenten, zeigt sich bei anderen Vorhaben jedoch zurückhaltend.

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Das Gesetz sieht neue Aufgaben für Apotheker vor, darunter die Beratung zu Verhaltensrisiken und präventiven Lebensstilmaßnahmen. Der PKV-Verband zweifelt jedoch an der Praxistauglichkeit und Wirksamkeit dieser Änderungen.

Künftig sollen Apotheken eine größere Rolle in der öffentlichen Gesundheitsvorsorge übernehmen, etwa durch Aufklärung über Risiken wie ungesunde Ernährung oder Bewegungsmangel. Der Verband hinterfragt, ob Apotheker realistisch wirksame Lebensstilberatungen leisten können. Zudem bezweifelt er, ob solche Angebote für Patienten einen klaren Mehrwert gegenüber bestehenden Versorgungsstrukturen bieten.

Positiv bewertet der PKV-Verband die Pläne, Apotheken in Notfällen die Abgabe von Langzeitmedikamenten ohne Rezept zu ermöglichen. Auch die Ausweitung der Impfleistungen wird unterstützt. Skeptisch zeigt sich der Verband hingegen bei der breiteren Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente in Akutfällen – hier warnt er vor möglichen Risiken.

Bei der Preisgestaltung begrüßt der Verband die neuen Regelungen für Rezepturarzneimittel. Er pocht darauf, in künftige Verhandlungen über Arzneimittelpreise einbezogen zu werden, um faire Konditionen zu sichern. Zudem betont der Verband, dass privatversicherte Patienten sowie Bezieher staatlicher Gesundheitszuschüsse von Effizienzgewinnen in den Preisverhandlungen profitieren sollten.

Seit der Einführung des Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetzes (VApStG) im Jahr 2020 ist die Nachfrage nach pharmazeutischen Dienstleistungen in deutschen Apotheken stabil geblieben oder leicht gesunken. Bis 2025 wird mit einem Rückgang der Rezeptumsätze um 2–5 % gerechnet, bedingt durch Digitalisierung und Konkurrenz durch Online-Apotheken. Beratungsleistungen wie Medikationsmanagement verzeichnen hingegen einen Zuwachs.

Der PKV-Verband kritisiert das aktuelle Finanzierungsmodell für pharmazeutische Dienstleistungen als unwirksam. Gefordert werden ein neues System sowie gesetzliche Regelungen, die eine individuelle Abrechnung für privatversicherte Patienten ermöglichen. Der Verband unterstreicht, dass jede Ausweitung der Leistungen zuvor auf ihren konkreten Nutzen für die Versicherten überprüft werden müsse.

Die Stellungnahme des PKV-Verbands zum ApoVWG fällt zwiespältig aus: Zwar werden Maßnahmen wie die Notfallmedikamentenversorgung und der Ausbau von Impfleistungen befürwortet, bei anderen Vorhaben verlangt der Verband jedoch klarere Nachweise über den Patientennutzen. Zudem drängt er auf Reformen bei Finanzierung und Preisgestaltung, um eine gerechte Behandlung privatversicherter Patienten zu gewährleisten.

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