Politisch motivierte Angriffe auf Verkehrsinfrastrukturen erreichen Rekordwerte in Deutschland
Hannah RichterPolitisch motivierte Angriffe auf Verkehrsinfrastrukturen erreichen Rekordwerte in Deutschland
Zwischen 2022 und 2024 registrierte Deutschland 776 politisch motivierte Straftaten gegen Verkehrsinfrastrukturen. Besonders häufig betroffen waren Schienennetze, doch das volle Ausmaß der Angriffe bleibt unklar. Behörden kritisieren Lücken bei der Erfassung dieser Vorfälle.
Die Zahl der Zwischenfälle stieg 2023 stark an und erreichte mit 248 Fällen einen Höhepunkt. 2024 sank die Zahl auf 181. Über den Dreijahreszeitraum hinweg wurden fast 70 Prozent der Taten dem linksextremen Spektrum zugeordnet.
In den Jahren 2022 und 2023 handelte es sich bei der Hälfte aller erfassten Delikte um Nötigungen oder Bedrohungen. Im Folgejahr machten Verstöße gegen Versammlungsgesetze 66,5 Prozent der Fälle aus. Die Beteiligung rechtsextremer Täter blieb mit einstelligen Prozentwerten gering. Straftaten mit Bezug zu ausländischen oder religiösen Ideologien waren ebenfalls selten.
Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz kritisierte die mangelnde Detailgenauigkeit der Aufzeichnungen. Ohne eine vollständige Übersicht arbeiteten die Behörden bei der Bekämpfung des Problems "weitgehend im Blindflug", warnte er.
Die Daten zeigen eine anhaltende Bedrohung für Verkehrsnetze – vor allem durch linksextreme Gruppen. Zwar schwankten die Fallzahlen jährlich, doch die fehlende systematische Erfassung wirft Fragen nach künftigen Präventionsmaßnahmen auf. Die Behörden stehen nun unter Druck, ihre Überwachungs- und Reaktionsstrategien zu verbessern.






