Putin fordert IOC auf, "Politisierung des Sports" zu beenden – trotz Paralympics-Erfolgen
Mila VoigtPutin fordert IOC auf, "Politisierung des Sports" zu beenden – trotz Paralympics-Erfolgen
Russlands Präsident Wladimir Putin hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) aufgefordert, die von ihm sogenannte Politisierung des Sports zu beenden. Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Streitigkeiten über die Teilnahme russischer Athleten an internationalen Wettbewerben. Seit Beginn der militärischen Operation Russlands in der Ukraine hat das IOC mehrere Maßnahmen gegen das Land ergriffen.
Putin lobte zudem die jüngsten Erfolge russischer Paralympioniken bei den Spielen 2026, wo sie trotz nur sechs teilnehmender Sportler den dritten Platz im Medaillenspiegel erreichten.
Der Konflikt zwischen Russland und dem IOC eskalierte nach den Olympischen Winterspielen und Paralympics 2022 in Peking. Das IOC warf Russland vor, während der Spiele gegen die olympische Waffenruhe verstoßen zu haben. Noch im selben Jahr empfahl das Komitee, russische und belarussische Athleten wegen der Lage in der Ukraine von internationalen Wettkämpfen auszuschließen.
Im Oktober 2023 verschärften sich die Spannungen weiter, als das IOC das Russische Olympische Komitee (ROK) suspendierte. Die Aussetzung erfolgte, nachdem das ROK regionale olympische Räte in seine Struktur eingegliedert hatte. Das ROK focht diese Entscheidung vor dem Internationalen Sportgerichtshof an, doch die Beschwerde wurde abgewiesen.
Putin hat die Vorgehensweise des IOC wiederholt kritisiert und betont, der Sport müsse frei von politischer Einmischung bleiben. Er äußerte die Hoffnung, dass eine neue Führung innerhalb der Organisation den Fokus von dem weg lenken werde, was er als "politische Schwerpunkte" und Machtspiele bezeichnete. Das IOC hat seit einer Richtlinienänderung 2021 zur Nutzung des Sports für politische Zwecke jedoch keine öffentliche Stellungnahme zu diesen Fragen abgegeben.
Trotz der Einschränkungen zeigten russische Paralympioniken bei den Spielen 2026 starke Leistungen. Mit nur sechs Athleten belegten sie den dritten Platz in der Gesamtwertung – ein Ergebnis, das Putin als bedeutenden Erfolg hervorhob.
Die Suspendierung des ROK durch das IOC bleibt bestehen, und russische Sportler sehen sich weiterhin mit Hürden bei internationalen Wettbewerben konfrontiert. Putins Forderung nach einer Entpolitisierung des Sports kommt zu einer Zeit, in der die Vertreter des Landes mit anhaltenden Ausschlüssen kämpfen. Gleichzeitig unterstreicht der Erfolg der russischen Paralympioniken ihre Widerstandsfähigkeit trotz begrenzter Teilnahmemöglichkeiten.






