Rentenreform: Verdi fordert Pflicht-Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer
Lina SeidelRentenreform: Verdi fordert Pflicht-Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer
Deutschland steht unter wachsendem Druck, sein Rentensystem zu reformieren. Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten ist vollständig auf die gesetzliche Rente angewiesen – in Ostdeutschland sind es sogar drei Viertel. Die Rentenkommission bereitet nun die Vorstellung ihrer Reformvorschläge vor.
Frank Werneke, Vorsitzender der Gewerkschaft Verdi, hat vor der Veröffentlichung des Kommissionsberichts zentrale Forderungen formuliert. Er schlägt eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer vor, einschließlich derer in kleinen und Kleinstbetrieben. Seinem Konzept zufolge müssen die Arbeitgeberbeiträge hoch genug sein, um das System tragfähig zu machen.
Werneke lehnt es ab, bestehende Rentenbeiträge in einen kapitalgedeckten Reservefonds umzulenken. Stattdessen setzt er sich für den Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge als zweite, kapitalgestützte Säule ein. Gleichzeitig warnt er vor einer Anhebung des Renteneintrittsalters, die er als „Rentenkürzung durch die Hintertür“ bezeichnet – mit Verweis auf die Schwierigkeiten älterer Arbeitnehmer, neue Jobs zu finden.
Die Gewerkschaft fordert zudem, das Rentenniveau über das Jahr 2031 hinaus stabil zu halten. Dies geschieht vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um die Nachhaltigkeit des aktuellen Systems, das stark von der gesetzlichen Rente abhängt.
In Kürze wird die Rentenkommission ihre Empfehlungen vorlegen. Verdis Vorschläge umfassen eine Pflicht zur betrieblichen Altersvorsorge und stabile Rentenniveaus. Die Debatte über die Reform wird sich verschärfen, während das Land nach langfristigen Lösungen sucht.






