Rentnerin gewinnt Millionen-Prozess gegen Bank nach betrügerischem Kontenraub
Hannah RichterRentnerin gewinnt Millionen-Prozess gegen Bank nach betrügerischem Kontenraub
Eine 76-jährige Rentnerin aus Nowosibirsk hat nach dem Verlust von fast 1,5 Millionen Rubel durch einen betrügerischen Schwindel einen Rechtsstreit gegen ihre Bank gewonnen. Galina Petrowna wurde um ihre Lebensersparnisse gebracht, nachdem Kriminelle Sicherheitslücken bei den Bankprüfungen ausgenutzt hatten. Die Gerichte urteilten später, dass die Bank es versäumt habe, ihr Geld ausreichend zu schützen.
Der Vorfall begann im Februar 2024, als Petrowna 1,4 Millionen Rubel auf zwei Sparkonten einzahlte. Monate später, am 18. Juni, erhielt sie SMS-Benachrichtigungen über Abbuchungen in gleicher Höhe. Bis dahin hatten Betrüger bereits Zugriff auf ihr Gosuslugi-Konto erlangt und über den Fernservice der Bank die Gelder überwiesen.
Die Täter hatten zudem ihre SIM-Karte gekapert und Anrufe sowie Nachrichten auf eine unbekannte Nummer umgeleitet. Petrowna erstattete Anzeige bei der Polizei, doch die Ermittler stellten das Verfahren ohne weitere Maßnahmen ein. Entschlossen, ihr Geld zurückzuerlangen, reichte sie eine Zivilklage gegen die Bank ein.
Ein Bezirksgericht entschied zunächst zu ihren Gunsten und stellte fest, dass die Bank ihre Pflicht vernachlässigt habe, Transaktionen auf Betrugsversuche zu überwachen. Beide Seiten legten Berufung ein, woraufhin das Regionalgericht Nowosibirsk das Urteil bestätigte. Es verpflichtete die Bank, Petrowna 1,4 Millionen Rubel als Schadensersatz zu zahlen – zuzüglich 64.000 Rubel für Prozesskosten. Zudem verhängte das Gericht eine Strafe in Höhe von 1,4 Millionen Rubel gegen die Bank wegen unterlassener Betrugsprävention.
Seit dem Vorfall weigert sich Petrowna, mit Fremden zu sprechen – tief erschüttert von den Erlebnissen.
Das Urteil zwingt die Bank, der Rentnerin ihre gestohlenen Ersparnisse in voller Höhe zu erstatten, einschließlich der Übernahme ihrer Anwaltskosten und zusätzlicher Strafzahlungen. Der Fall unterstreicht die Folgen mangelhafter Betrugserkennung in Finanzinstituten. Petrowna, mittlerweile 76 Jahre alt, hat zwar ihr verlorenes Geld zurückerhalten, bleibt aber misstrauisch gegenüber weiteren Betrugsversuchen.






