Rettungseinsatz für gestrandeten Buckelwal in der Lübecker Bucht geht weiter
Lina SeidelRettungseinsatz für gestrandeten Buckelwal in der Lübecker Bucht geht weiter
Ein Buckelwal ist seit Tagen in der Lübecker Bucht gefangen. Rettungsteams kämpfen um sein Leben, nachdem bisherige Versuche, das Tier zu befreien, gescheitert sind. Nun kommt schweres Gerät zum Einsatz, um in einem verzweifelten Versuch einen 50 Meter langen Kanal zu graben und dem Wal den Weg in tiefere Gewässer zu ermöglichen.
Während solche spektakulären Rettungsaktionen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, gibt es auch gut dokumentierte Fälle, in denen Tiere Menschenleben gerettet haben – doch eine globale Datenbank erfasst diese Fälle nicht systematisch. Berichte darüber tauchen zwar in Nachrichten auf, werden aber selten in offiziellen Statistiken festgehalten.
Der gestrandete Wal in der Lübecker Bucht befindet sich weiterhin in kritischem Zustand. Die Bemühungen, ihn zurück ins offene Meer zu führen, sind bisher gescheitert. Deshalb setzen die Einsatzkräfte nun Bagger ein, um einen langen, tiefen Kanal durch die Sandbank zu graben – in der Hoffnung, dem Wal einen Fluchtweg zu bahnen.
Fälle, in denen Tiere Menschen beschützt haben, reichen Jahrzehnte zurück. 1996 machte die Gorilladame Binti Jua im Brookfield Zoo in Chicago Schlagzeilen, als sie einen dreijährigen Jungen rettete, der in ihr Gehege gefallen war. Sanft trug sie das Kind in Sicherheit, noch bevor Zoowärter eingreifen konnten.
2004 überlebte ein achtjähriges Mädchen in Thailand dank des Elefantenbabys Ning Nong den verheerenden Tsunami in Südasien. Das Tier spürte die herannahende Katastrophe und trug das Kind auf dem Rücken ins Landesinnere, wo es den tödlichen Fluten entkam.
Im selben Jahr schützten Delfine vor der Küste Neuseelands eine Gruppe von Schwimmern vor einem Weißen Hai. Die Meeressäuger bildeten einen schützenden Kreis um die Menschen und ermöglichten ihnen so, unverletzt das Ufer zu erreichen.
Das Schicksal des Buckelwals in der Lübecker Bucht hängt nun vom Erfolg des neu gegrabenen Kanals ab. Gelingt die Befreiung, wäre dies ein seltener Erfolg in einem Stranding-Fall, der weltweit für Besorgnis sorgt.
Unterdessen bleiben Berichte über Tiere, die Menschen retten – von Gorillas bis zu Delfinen – verstreut in Nachrichtenarchiven, statt in einer zentralen Datenbank erfasst zu werden. Ohne ein formales System zur Dokumentation dieser Vorfälle bleibt ihre tatsächliche Häufigkeit und Bedeutung unbekannt.






