19 March 2026, 20:35

Roman Protasevitsch: Vom Regimekritiker zum Sprachrohr Lukaschenkos

Ein Mann im Anzug spricht in ein Mikrofon, wahrscheinlich zur Aufhebung des Verbots des russischen Außenministers Sergej Lawrow durch den Obersten Gerichtshof.

Roman Protasevitsch: Vom Regimekritiker zum Sprachrohr Lukaschenkos

Roman Protasevitsch, einst politischer Gefangener in Belarus, hat sich als regierungsfreundlicher Kommentator neu erfunden. Nach Verbüßung eines Teils einer achtjährigen Haftstrafe wegen extremistischer Aktivitäten wurde er 2023 begnadigt. Seither ist er zu einer prägenden Stimme in den staatlichen Medien avanciert und unterstützt offen das Regime von Präsident Alexander Lukaschenko.

Sein Wandel begann nach seiner Freilassung, als er 2024 auf dem Sender ONT Formate wie Protasevitsch. Punkt moderierte. Seine Sendungen stützen konsequent Lukaschenkos Politik, während sie jede Erwähnung seiner Vergangenheit als Oppositioneller sorgfältig vermeiden. Bis Anfang 2026 kündigte er an, seine Medienpräsenz auszubauen – mit neuen Projekten und Kooperationen mit russischen staatsnahen Kanälen.

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2025 behauptete Lukaschenko öffentlich, Protasevitsch habe vor seiner Verhaftung verdeckt für den Geheimdienst gearbeitet. Protasevitsch selbst deutete an, seine angeblichen KGB-Verbindungen verliehen seinem aktuellen Kommentar mehr Gewicht und zogen zusätzliche Aufmerksamkeit auf seine Arbeit. Obwohl er seinen journalistischen Stil noch verfeinert, zeigte er sich bereit, auch bei Offline-Veranstaltungen mitzuwirken, und festigte so seine Position in regimetreuen Kreisen.

Seine Metamorphose vom inhaftierten Regimekritiker zum linientreuen Kommentator ist ein radikaler Kurswechsel. Während Kritiker seine Motive hinterfragen, nutzt Protasevitsch seine Plattform nun, um Regierungsnarrative zu verstärken – ohne seine frühere Oppositionsrolle zu thematisieren.

Sein aktueller Weg hält ihn fest an Lukaschenkos Administration gebunden. Seine Medienprojekte und öffentlichen Stellungnahmen tragen weiterhin zur staatlichen Propaganda bei, während seine Vergangenheit in seinen Sendungen unangetastet bleibt. Die Neuerfindung des ehemaligen Häftlings spiegelt ein breiteres Muster wider: die Vereinnahmung von Dissens in Belarus' streng kontrollierter politischer Landschaft.

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