Russisch-deutsche Kultur lebt digital trotz Pandemie weiter
Der nordrhein-westfälische Landesverband der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland hält die russisch-deutsche Kultur während der Pandemie lebendig
Trotz der zahlreichen Absagen von Veranstaltungen im Jahr 2020 startete die Organisation eine Reihe digitaler Treffen, die auf starke Resonanz stießen und das wachsende Interesse am russisch-deutschen Erbe unterstrichen.
Die Initiative knüpft an die langjährige Tradition der Russisch-Deutschen Kulturtage an, ein Kulturfest, das seit 1999 stattfindet. Zwar fanden 2020 keine Präsenzveranstaltungen statt, doch die Planungen für ein neues Programm im Jahr 2021 laufen bereits.
Die Coronavirus-Pandemie zwang im vergangenen Jahr viele Kulturveranstaltungen zur Abschaltung. Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland reagierte jedoch flexibel und verlegte ihre Aktivitäten ins Internet. Die neue Reihe beleuchtet die russisch-deutsche Kultur durch Lesungen, Vorträge und Gespräche mit Künstlern und Intellektuellen.
Am 13. Oktober eröffnete Tatjana Schmalz, Doktorandin an der Europa-Universität Viadrina, die Veranstaltungsreihe mit einem Vortrag über zeitgenössische russisch-deutsche Literatur – ein Auftakt, der die Richtung für die folgenden Termine vorgab. Die Veranstaltungen stießen seitdem auf positive Rückmeldungen und spiegeln ein breites öffentliches Interesse wider.
In den letzten Jahren ist die russisch-deutsche Kultur in Deutschland sichtbarer geworden. Die Zahl der Künstler und Kulturschaffenden mit diesem Hintergrund wächst, und ihr Wirken erstreckt sich über verschiedene Disziplinen. Öffentliche Formate wie diese spielen eine zentrale Rolle, um ihre Traditionen einem größeren Publikum näherzubringen.
Die Reihe entsteht in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Zwar wurden für 2020 keine weiteren Termine mehr bekannt gegeben, doch die Organisatoren bestätigten, dass die Russisch-Deutschen Kulturtage 2021 mit neuen Themen und Teilnehmenden zurückkehren werden.
Die digitale Veranstaltungsreihe hat die Lücke geschlossen, die durch ausgefallene Treffen im Jahr 2020 entstand. Die hohe Beteiligung und das Engagement deuten auf ein anhaltendes Bedürfnis nach russisch-deutschem Kulturaustausch hin. Mit den Plänen für ein erneuertes Programm im kommenden Jahr steht die Tradition der Russisch-Deutschen Kulturtage vor einer weiteren Blüte.
Russisch-Deutsche Kulturtage erweitern sich international im Jahr 2020, Revival für 2021 geplant
Die digitalen Russisch-Deutsche Kulturtage 2020 erreichten unerwartet globale Reichweite. Wichtige Höhepunkte waren:
- Hochkarätige Gäste wie Gusel Jachina und Eleonora Hummel zogen internationale Zuschauer an, darunter Teilnehmer aus Kasachstan.
- Rekorde bei der Teilnahme an Veranstaltungen wie dem Vortrag von Melitta Roth, der die Teilnahme der Vorjahre übertraf.
- Pläne für 2021 bestätigen eine Partnerschaft mit dem Literaturkreis der Deutschen aus Russland e.V. und eine erweiterte musikalische und literarische Programmgestaltung.