23 March 2026, 14:37

Russland führt Warnhinweise für über 1.100 Bücher mit Drogenbezug ein

Ein Buch mit einem russischen Propagandaplakat auf dem Cover, das einen Mann in einem Anzug und eine Frau in einem Kleid zeigt, mit Text auf dem Plakat.

Russland führt Warnhinweise für über 1.100 Bücher mit Drogenbezug ein

Russland hat verpflichtende Warnhinweise für Bücher und Hörbücher eingeführt, die Bezug auf Drogen nehmen. Die Maßnahme, die seit März 2026 in Kraft ist, betrifft über 1.100 Titel, die nach August 1990 veröffentlicht wurden. Musikplattformen wie VK Music und Yandex Music hatten bereits ab Oktober 2025 begonnen, Hörbücher mit ähnlichen Warnungen zu kennzeichnen.

Der Russische Buchverband (RBU) veröffentlichte eine offizielle Liste der Bücher, die gemäß dem russischen Gesetz gegen Drogenpropaganda mit Warnhinweisen versehen werden müssen. Rund 150 Titel tragen nun Etiketten, die Leser auf drogenbezogene Inhalte aufmerksam machen. Die Auswahl folgt den Richtlinien des russischen Föderalen Diensts für Drogenkontrolle, der Werke markiert, in denen Drogenkonsum positiv dargestellt, Anleitungen zur Herstellung gegeben oder Rauschmittel als vorteilhaft beworben werden.

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Das Gesetz schreibt Warnungen für alle Materialien vor, die Drogen verherrlichen – es sei denn, solche Bezüge sind für die künstlerische Erzählung unverzichtbar. Ausnahmen gelten nur, wenn Drogenthemen für Handlung oder Botschaft zentral sind. Werke, die vor dem 1. August 1990 erschienen sind, bleiben von den neuen Regelungen unberührt.

Die gekennzeichneten Titel umfassen ausländische Klassiker, moderne Übersetzungen und russische Literatur. Zu den betroffenen Autoren zählen Stephen King, Chuck Palahniuk, Aldous Huxley und Haruki Murakami. Auch russische Schriftsteller wie Viktor Pelewin, Sergei Lukjanenko und Alexander Zypkin sind auf der Liste vertreten. Internationale Namen wie Erich Maria Remarque, John Steinbeck und Jean-Paul Sartre finden sich ebenfalls darunter.

Hörbuchplattformen handelten frühzeitig und führten Sprach- oder Textwarnungen bereits Monate vor der Frist im März 2026 ein. Der Schritt steht im Einklang mit umfassenderen Bemühungen, Inhalte zu regulieren, die nach russischem Recht als schädlich eingestuft werden.

Das Kennzeichnungssystem erfasst mittlerweile über 1.100 Bücher, wobei die Warnungen deutlich auf die Gefahren und rechtlichen Konsequenzen von Drogenkonsum hinweisen. Verlage und Plattformen müssen sich an die neuen Vorschriften halten, die ältere Werke ausnehmen. Die Liste des RBU wächst weiter, da Fachgutachten zusätzliche Titel identifizieren, die eine Kennzeichnung erfordern.

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