Russland geht mit Großrazzien gegen Schattenarbeit vor – Rostrud kontrolliert Online-Händler
Hannah RichterRussland geht mit Großrazzien gegen Schattenarbeit vor – Rostrud kontrolliert Online-Händler
Die russische Bundesarbeitsaufsicht Rostrud hat groß angelegte Kontrollen bei führenden Online-Marktplätzen durchgeführt, um nicht gemeldete Beschäftigte aufzuspüren. Die Überprüfungen fanden von Mitte Dezember 2025 bis Februar 2026 statt und richteten sich gegen Unternehmen, die im Verdacht stehen, Mitarbeiter ohne offizielle Arbeitsverträge zu beschäftigen. Die stellvertretende Ministerpräsidentin Tatjana Golikowa hatte die Aktion im Rahmen einer landesweiten Initiative zur Bekämpfung informeller Beschäftigung angeordnet.
Im Fokus standen Büros, Logistikzentren sowie die Hypermarktkette Mega. Die Beamten von Rostrud prüften Unterlagen, um Beschäftigte zu identifizieren, die außerhalb der offiziellen Lohnabrechnungssysteme arbeiten. Die Ergebnisse sollten bis zum 2. März 2026 der Regierung vorgelegt werden.
Die Kampagne steht im Einklang mit der Priorität von Präsident Wladimir Putin für das Jahr 2026, die Wirtschaft durch die Bekämpfung nicht angemeldeter Arbeitsverhältnisse und strengere Kontrollen von Bargeschäften zu "legalisieren". Auch die Steuerbehörden haben die Überwachung von Plattformen verschärft, die Zahlungen an Solo-Selbstständige abwickeln, um sicherzustellen, dass Arbeitgeber die korrekten Steuern entrichten.
Rostrud bezeichnete die Kontrollen als routinemäßige Präventivmaßnahmen und verwies darauf, dass 2025 bereits über 13.000 ähnliche Überprüfungen stattgefunden hätten. Gleichzeitig hat das Arbeitsministerium verschärfte Strafen für illegale Beschäftigung vorgeschlagen, die Geldbußen für jeden nicht angemeldeten Mitarbeiter vorsehen.
Die Bemühungen zur Formalisierung von Arbeitsverhältnissen zeigen bereits Wirkung: 2025 wechselten mehr als 976.000 Beschäftigte aus der Schattenwirtschaft in legale Beschäftigungsformen – ein Anstieg um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Inspektionen sind Teil einer umfassenderen Regierungsstrategie, um informelle Beschäftigung zu reduzieren und die Steuerkonformität zu erhöhen. Mit strengeren Sanktionen und laufenden Kontrollen wollen die Behörden sicherstellen, dass mehr Arbeitnehmer unter offiziellen Verträgen angestellt werden. Der Abschlussbericht über die jüngsten Überprüfungen wird zeigen, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.