Russland setzt auf "Cyber-Einheiten" zur Überwachung junger Internetnutzer
Lina SeidelRussland setzt auf "Cyber-Einheiten" zur Überwachung junger Internetnutzer
Russland baut den Einsatz sogenannter „Cyber-Einheiten“ aus, um Online-Inhalte zu überwachen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Die freiwilligen Gruppen, denen rund 60.000 Menschen angehören, sollen künftig auch Berufsschüler umfassen. Präsident Wladimir Putin bezeichnete ihre Arbeit als zentrales Instrument im Kampf gegen schädliche Informationskampagnen.
Der neue Aktionsplan der Regierung für die Jahre 2026 bis 2030 umfasst 41 Maßnahmen, die negative soziale Trends unter Jugendlichen verhindern sollen. Dazu gehört, dass regionale Behörden „Cyber-Einheiten“ und „Medien-Patrouillen“ einrichten, um verbotene Inhalte im Internet aufzuspüren. Verstöße, die sie entdecken, werden an die Strafverfolgungsbehörden gemeldet.
Auch die regionalen Bildungsbehörden müssen künftig jährliche Berichte über die Aktivitäten der Einheiten an das Bildungsministerium und das Ministerium für Wissenschaft und Hochschulbildung vorlegen. Ihre Aufgabe geht über reine Überwachung hinaus: Im Fokus steht die Bewahrung des interethnischen und interreligiösen Friedens. Putin betonte, dass ihre Arbeit dazu beitrage, Falschinformationen zu entlarven und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Russland zu stärken.
Um die Beteiligung zu fördern, schlug Andrei Swinzow, stellvertretender Vorsitzender des Staatsduma-Ausschusses für Informationspolitik, Anreize für die Freiwilligen vor. Dazu könnten Bonuspunkte für die einheitliche Staatsprüfung, kostenlose Unterkünfte in Studentenwohnheimen, Essenszuschüsse und Gutscheine für Freizeitprogramme gehören. Ziel ist es, mehr junge Menschen für die Initiative zu gewinnen.
Die „Cyber-Einheiten“ arbeiten unter regionaler Aufsicht, wobei ihre Fortschritte durch offizielle Berichte dokumentiert werden. Im Gegenzug erhalten die Teilnehmer bildungs- und finanzielle Vorteile. Das Programm ist Teil einer umfassenderen Strategie, um das Online-Verhalten der russischen Jugend in den kommenden sechs Jahren zu prägen.






