21 April 2026, 06:32

Russland will Scheidungen erschweren – mit Wartefrist wie bei Abtreibungen

Ein vergilbtes Buchblatt mit sauberer Handschrift, das einen russischen Familienschriftzug zeigt, einschließlich Namen und Daten, mit einer fetten schwarzen Überschrift oben.

Russland will Scheidungen erschweren – mit Wartefrist wie bei Abtreibungen

Russland bleibt einer der weltweiten Spitzenreiter bei den Scheidungsraten und belegte 2025 Platz drei im globalen Vergleich. In jenem Jahr endete fast jede zweite Ehe mit einer Trennung – ein Trend, der auf langjährige sozioökonomische Probleme zurückzuführen ist. Valentina Matwijenko, Vorsitzende des Föderationsrats, fordert nun strengere Scheidungsverfahren, um Familien mit Kindern besser zu schützen.

Matwijenko argumentierte, eine Scheidung dürfe nicht als schneller oder einfacher Prozess behandelt werden. Sie zog einen Vergleich zu Abtreibungsgesetzen und schlug vor, dass Frauen – ähnlich wie bei einem Schwangerschaftsabbruch – eine verpflichtende Bedenkzeit einhalten müssten, um beide Entscheidungen noch einmal zu überdenken. Ihr Hauptanliegen gilt den Kindern, die ihrer Meinung nach am stärksten unter familiären Zerwürfnissen leiden.

Die häufigsten Gründe für Scheidungen in Russland sind finanzielle Schwierigkeiten (27 Prozent), mangelndes gegenseitiges Verständnis (26 Prozent) und Untreue (12 Prozent). Diese Faktoren halten die Scheidungsrate des Landes seit Jahren auf hohem Niveau. Gleichzeitig ist die Gesellschaft toleranter geworden – Trennung wird zunehmend als normaler Teil des Lebens wahrgenommen.

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Laut offiziellen Zahlen kamen 2025 auf zehn Ehen acht Scheidungen. Die Zahlen spiegeln einen langfristigen Trend wider und keinen plötzlichen Anstieg, wobei wirtschaftliche Belastungen und sich wandelnde gesellschaftliche Einstellungen eine zentrale Rolle spielen.

Matwijenkos Vorschlag zielt darauf ab, Scheidungsverfahren zu verlangsamen – insbesondere für Paare mit Kindern. Sollten die Pläne umgesetzt werden, würde vor der endgültigen Trennung eine Wartefrist eingeführt. Der Vorstoß folgt auf jahrelang anhaltend hohe Scheidungszahlen in Russland, wo finanzielle und emotionale Belastungen nach wie vor zu den Hauptursachen für das Scheitern von Ehen zählen.

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