Russlands Getreideernte 2024 kollabiert nach Jahrhundert-Spätfrösten auf 129 Millionen Tonnen
Mila VoigtRusslands Getreideernte 2024 kollabiert nach Jahrhundert-Spätfrösten auf 129 Millionen Tonnen
Russlands Getreideernte 2024 bricht auf 129 Millionen Tonnen ein – Spätfröste verursachen Jahrhundert-Schäden
Die russische Getreideernte für 2024 ist nach beispiellosen Spätfrösten im Mai drastisch auf 129 Millionen Tonnen eingebrochen. Die Schäden, die als die schwersten seit über einem Jahrhundert beschrieben werden, zwangen Landwirte, riesige Flächen neu zu bestellen – doch selbst diese Maßnahmen können die erwarteten Verluste nicht ausgleichen. Ursprünglich war eine Ernte von 145 Millionen Tonnen prognostiziert worden, darunter 92 bis 93 Millionen Tonnen Weizen.
Die Maifröste zerstörten die Ernten in 23 Regionen, wobei acht den Notstand ausriefen. Über 1,5 Millionen Hektar litten unter Frostschäden, fast 900.000 Hektar mussten neu eingesät werden. Analysten gehen mittlerweile davon aus, dass die geschädigte Fläche nahezu zwei Millionen Hektar erreichen wird, während die Neuaussaat mehr als eine Million Hektar umfassen dürfte.
Der durchschnittliche Ertrag sank auf 25,8 Doppelzentner pro Hektar. Die Zeit für Nachsaaten wird knapp, was Befürchtungen über eine verzögerte Ernte und weitere Verluste schürt, falls der Schnee früh einsetzt. Sämtliche Prognosen wurden nach unten korrigiert und bestätigen die schweren Produktionseinbußen.
Die weltweiten Weizenpreise schwankten 2025 zunächst zwischen 170 und 240 Euro pro Tonne, bedingt durch gute Ernten in anderen Regionen. Anfang 2026 stabilisierten sie sich bei etwa 200 Euro pro Tonne, bevor sie stark anzogen: Am 13. März 2026 erreichten sie in Paris 210,50 Euro pro Tonne und kletterten später an der Euronext/MATIF auf 211 bis 223 Euro pro Tonne. Diese Preissprünge waren jedoch weniger auf die russischen Frostschäden zurückzuführen als vielmehr auf den Iran-Krieg, explodierende Ölpreise und geopolitische Spannungen.
In Deutschland trieben Landwirte die Weizen-Basispreise ab dem 6. März 2026 auf 250 Euro pro Tonne hoch. In den USA erhöhten Wetterrisiken den Druck, während EU-Märkte wie Österreich und die Schweiz mit schwankenden internationalen Notierungen konfrontiert waren. Trotz ausreichender Vorräte aus dem Jahr 2025 hielten hohe Energie- und Logistikkosten die Preise instabil.
Die russische Getreideernte 2024 beläuft sich nun auf 129 Millionen Tonnen – deutlich unter der ursprünglichen Prognose von 145 Millionen Tonnen. Die Spätfröste im Mai, die schwersten seit einem Jahrhundert, hinterlassen nachhaltige Spuren bei den Erträgen und den Aussaatbemühungen. Zwar stiegen die globalen Weizenpreise 2026 an, doch waren dafür vor allem geopolitische Konflikte und Energiekosten verantwortlich und weniger die Frostschäden selbst.






