Russlands Haushaltsdefizit wächst trotz Rekord-Ölexporten im April
Russlands finanzielle Probleme haben sich im April weiter verschärft, da die Einnahmen aus Öl und Gas deutlich hinter den Erwartungen zurückblieben. Trotz eines Anstiegs der See-Ölexporte weitet sich das Haushaltsdefizit des Staates weiter aus – verursacht durch steigende inländische Subventionen und sinkende Erträge aus dem Energieverkauf. Offizielle Zahlen zeigen eine wachsende Kluft zwischen Prognosen und Realität.
Im April beliefen sich Russlands Öl- und Gaseinnahmen auf 855,6 Milliarden Rubel (umgerechnet 11,3 Milliarden Dollar). Diese Summe lag nur 21 Milliarden Rubel (278 Millionen Dollar) über dem staatlichen Mindestziel – ein Bruchteil der prognostizierten 200 bis 250 Milliarden Rubel (2,6 bis 3,3 Milliarden Dollar).
Der Fehlbetrag fällt in eine Phase, in der der Kreml hohe Ausgaben tätigte, um den Binnenmarkt zu stabilisieren. Allein die Subventionen für Ölunternehmen im Rahmen des sogenannten „Dämpfermechanismus“ summierten sich im April auf 207,5 Milliarden Rubel (2,75 Milliarden Dollar). Gleichzeitig erreichte der Bruttowert der See-Ölexporte mit 2,42 Milliarden Dollar in einer einzigen Woche den höchsten Stand seit Beginn des Krieges – doch auch dies konnte die inneren finanziellen Belastungen nicht ausgleichen.
Im ersten Quartal 2023 betrug das Haushaltsdefizit bereits 4,6 Billionen Rubel (60,9 Milliarden Dollar) und überstieg damit den Jahresplan der Regierung. In den ersten vier Monaten des Jahres brachen die Öl- und Gaseinnahmen im Vergleich zu 2022 um 38,3 Prozent ein und brachten nur 2,3 Billionen Rubel (30,5 Milliarden Dollar) ein. Damit hat der Staat bisher lediglich ein Viertel seines Jahresziels von 8,92 Billionen Rubel (118,1 Milliarden Dollar) aus Energieverkäufen erreicht.
Auch das Finanzministerium drosselte seine Devisenkäufe. Statt der geplanten 340 bis 455 Milliarden Rubel (4,5 bis 6 Milliarden Dollar) pro Monat erwarb es im April lediglich Devisen im Wert von 110,3 Milliarden Rubel (1,46 Milliarden Dollar).
Die Zahlen unterstreichen die sich verschlechternde Haushaltslage Russlands, da die Energieeinnahmen sinken und die Inlandsausgaben steigen. Angesichts schrumpfender Reserven durch Subventionen und Exportgewinne, die die Verluste nicht decken können, wird sich das Defizit voraussichtlich weiter vergrößern. Die Regierung steht nun unter zunehmendem Druck, ihre Finanzstrategie für das kommende Jahr anzupassen.






