Russlands Lehrkräfte fühlen sich trotz neuer Kommissionen im Stich gelassen
Mila VoigtRusslands Lehrkräfte fühlen sich trotz neuer Kommissionen im Stich gelassen
Lehrkräfte in Russland sehen sich weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert, wenn es um die Lösung von Konflikten mit Schülerinnen und Schülern geht – trotz jüngster gesetzlicher Maßnahmen. In der Region Magadan wurde 2025 zwar eine spezielle Kommission eingerichtet, um Streitfälle zu bearbeiten, doch viele Pädagoginnen und Pädagogen zweifeln an deren Wirksamkeit. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Meinung ist, der bestehende Schutz vor aggressivem Verhalten von Schülerseite sei unzureichend.
Die Region Magadan führte schulinterne Kommissionen ein, die Konflikte zwischen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern regeln sollen. Diese Gremien wurden geschaffen, um die berufliche Ehre und Würde der Lehrkräfte zu schützen. Ihre Entscheidungen sind rechtlich bindend und müssen innerhalb einer festgelegten Frist umgesetzt werden.
Das Verfahren soll zügig ablaufen: Die meisten Fälle werden innerhalb von fünf Tagen geklärt, Verlängerungen gibt es nur in Ausnahmefällen. Allerdings erstreckt sich die Zuständigkeit der Kommission nicht auf Streitigkeiten, an denen Bundes- oder Regionalbehörden beteiligt sind.
Eine Befragung unter 717 Lehrkräften ergab, dass 93 Prozent die bestehenden rechtlichen Schutzmechanismen gegen Schüleraggression für ungenügend halten. Viele Pädagoginnen und Pädagogen berichten, es sei oft einfacher, den Beruf aufzugeben, als für die eigenen Rechte zu kämpfen. Die Situation hat sogar die höchste Ebene erreicht: Präsident Wladimir Putin wies die Regierung an, stärkere gesetzliche Garantien zum Schutz des Rufs von Lehrkräften zu entwickeln.
Trotz dieser Bemühungen erfasst die Region Magadan offiziell keine Statistiken zu Konflikten zwischen Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften. Dieser Mangel an Daten erschwert es, das tatsächliche Ausmaß des Problems zu bewerten.
Die Kommissionen in Magadan sollen zwar eine schnellere Lösung von Schulkonflikten ermöglichen. Doch Lehrkräfte kämpfen nach wie vor mit unzureichender Unterstützung und unklaren Durchsetzungsmechanismen. Ohne bessere Datenerfassung und stärkere rechtliche Absicherung bleibt die Fähigkeit des Systems, Pädagoginnen und Pädagogen zu schützen, fraglich.






