Wie Internet-Slang wie mogging und maxxing die Gesellschaft eroberte
Neue Slang-Begriffe wie mogging und maxxing sind aus Nischen-Foren im Internet in den alltäglichen Sprachgebrauch übergegangen. Was einst in der Fitnessszene und Online-Communities begann, findet sich heute in politischen Wahlkämpfen und den Mainstream-Medien wieder. Die Begriffe beschreiben alles – von Modetrends über Wirtschaftspolitik bis hin zu Kryptowährungen.
Der Trend startete mit looksmaxxing, einem Konzept, das vor etwa sechs Jahren an Fahrt aufnahm. Dabei geht es darum, das eigene Äußere durch Styling, Mode und Fitness zu optimieren. Daraus entwickelte sich eine ganze Reihe weiterer maxxing-Begriffe, die jeweils unterschiedliche Formen der Selbstverbesserung oder Dominanz beschreiben.
In der sogenannten Manosphere – einer vor allem männlich geprägten Online-Szene – bezeichnet mogging das Übertreffen anderer in sozialem Status oder Auftreten. Bekannt wurde der Begriff vor allem durch Clavicular, einen 20-jährigen Livestreamer, der ihn in seinen Videos populär machte. Sein Einfluss reichte sogar bis in die politische Debatte: So behauptete er etwa, Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom werde 2028 gegen Vizepräsident JD Vance gewinnen – unter anderem, weil er Vance' Äußeres kritisierte.
Mittlerweile hat sich der Slang in überraschende Bereiche ausgebreitet. Der NBA-Star LeBron James wurde vor einem Spiel als jestermaxxing beschrieben – ein Verweis auf sein spielerisches, aufmerksamkeitsheischendes Verhalten. Die Republikanische Partei nutzte den Begriff jobsmaxxing, um Donald Trumps Wirtschaftspolitik zu loben. Selbst der Wahlkampf-Account von North Carolinas Gouverneur Roy Cooper sprang auf den Zug auf und postete unter dem Hashtag #VOTEMOGGING, um Anhänger zu mobilisieren.
Doch nicht nur in Politik und Sport macht der Trend Halt: Eine Kryptowährung namens $MOG wirbt damit, der erste Culture-Coin des Internets zu sein. Auf TikTok zeigen mittlerweile Lehrer und Influencer mogging-Frisuren und demonstrieren, wie sehr die Begriffe bereits die Beauty- und Modebranche durchdringen.
Was als Internet-Jargon begann, prägt heute Diskussionen in Politik, Sport und Popkultur. Die rasante Verbreitung dieser Ausdrücke zeigt, wie Online-Subkulturen die breitere Gesellschaft beeinflussen können. Ihre Bedeutung entwickelt sich weiter, je mehr Menschen sie aufgreifen und für neue Kontexte anpassen.






