17 March 2026, 06:31

Ryanair fordert Gebührenreform und kündigt massive Expansion in Deutschland an

Ein Airbus A320-200 der Germanwings startet am Frankfurter Flughafen, mit Gras darunter, einem Zaun im Vordergrund, Gebäuden und Bäumen im Hintergrund und einer bewölkten Himmel.

Ryanair fordert Gebührenreform und kündigt massive Expansion in Deutschland an

Ryanair drängt auf weitreichende Reformen der Fluggebühren in Deutschland und baut gleichzeitig seine Aktivitäten im Land aus. In einem Schreiben an die Verkehrsminister der Bundesländer fordert die Airline die Abschaffung der Luftverkehrsabgabe sowie eine Senkung weiterer Kosten. Im Gegenzug verspricht das Unternehmen, die Passagierzahlen bis 2026 zu verdoppeln und Hunderte neue Strecken einzurichten.

Ryanair-Chef Eddie Wilson hat alle 16 Landesverkehrsminister aufgefordert, die Streichung der Luftverkehrsabgabe zu unterstützen. Die Airline argumentiert, die hohen Kosten hemmen das Wachstum – aktuell liegen die Gebühren zwischen 2 und 3 Euro pro Passagier. Zudem soll die Sicherheitsgebühr auf maximal 2 Euro pro Reisendem gedeckelt werden, nach bisher bis zu 15 Euro an einigen Flughäfen. Für die Flugsicherung schlägt Ryanair eine Pauschale von 100 Euro pro Flug vor.

Als Zeichen des Engagements hat Ryanair bereits 300.000 Sitze wiederhergestellt und für den Sommer 2026 vierzehn neue Strecken angekündigt. Zwei weitere Flughäfen – Saarbrücken und Friedrichshafen – werden in das Streckennetz aufgenommen, ergänzt durch neue Verbindungen ab Karlsruhe/Baden-Baden, Memmingen, Nürnberg, Frankfurt-Hahn und Köln. Zu den neuen Zielen zählen unter anderem Alicante, Palma de Mallorca, Rabat und Amman.

Trotz der Expansion wird Ryanairs Gesamtkapazität in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 220.000 Sitze sinken. Besonders betroffen sind teure Standorte wie Berlin und Hamburg. Auch der deutsche Luftverkehr insgesamt liegt weiterhin unter dem Niveau vor der Pandemie, da viele Inlandsverbindungen noch nicht wiederaufgenommen wurden.

Die langfristigen Pläne der Airline hängen entscheidend von niedrigeren Gebühren ab. Bei verbesserten Rahmenbedingungen strebt Ryanair an, die jährlichen Passagierzahlen von 17 auf 34 Millionen zu verdoppeln. Zudem sollen 30 weitere Flugzeuge in Deutschland stationiert und über 200 neue Strecken eröffnet werden.

Die Umsetzung dieser Wachstumsstrategie setzt jedoch regulatorische Änderungen voraus – insbesondere die Abschaffung der Luftverkehrsabgabe und die Reduzierung weiterer Kosten. Ohne diese Anpassungen könnten die Expansionspläne, darunter die Verdopplung des Passagieraufkommens und die Einführung von 200 neuen Strecken, scheitern. Die Bundesregierung hat bis zum 1. Juli 2026 Zeit, auf Ryanairs Forderungen zu reagieren.

AKTUALISIERUNG

Ryanairs Expansion im Einklang mit deutschen Steuerkürzungen

Ryanairs jüngste Expansionspläne in Deutschland folgen strategischen Regierungsentscheidungen. Wichtige Entwicklungen umfassen:

  • 15. Januar 2026: 300.000 Sitzplätze wiederhergestellt und 11 neue Routen nach Steuerkürzungen angekündigt.
  • 11. März 2026: 14 neue Routen nach Saarbrücken und Friedrichshafen hinzugefügt, mit 300.000 wiederhergestellten Sitzplätzen.
  • 13. März 2026: Fordernde Forderungen nach vollständiger Steueraufhebung während einer Pressekonferenz in Berlin, unter Verweis auf vorherige Aktionen als 'Vorführungen', um Regulierungsbehörden unter Druck zu setzen.
Quelle