29 June 2026, 10:01

Schülerwettbewerb bringt deutsch-kasachische Geschichte lebendig ins Klassenzimmer

Internationale Wettbewerb: Kasachstan und Deutschland - Geschichte(n) und Perspektiven

Schülerwettbewerb bringt deutsch-kasachische Geschichte lebendig ins Klassenzimmer

Binationaler Schülerwettbewerb vertieft deutsch-kasachische Verbindungen durch gemeinsame Geschichte

Ein binationaler Schülerwettbewerb hatte zum Ziel, die Beziehungen zwischen Deutschland und Kasachstan durch die Auseinandersetzung mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit zu stärken. Die Veranstaltung rückte das kulturelle Erbe in den Fokus, das beide Nationen verbindet. Im Mittelpunkt stand dabei, junge Menschen zu ermutigen, sich mit diesem vielschichtigen historischen Kapitel auseinanderzusetzen.

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Organisiert wurde der Wettbewerb von mehreren Institutionen, darunter das Innenministerium, das Bildungsministerium sowie die öffentliche Stiftung „Verband der Deutschen Kasachstans ‚Wiedergeburt‘“. Unterstützung erhielt die Initiative zudem vom „Haus der Heimat Baden-Württemberg“.

Die 16-jährige Fiora Marte, Schülerin des Elisabeth-Selbert-Gymnasiums, gewann den Hauptpreis. Für ihr Projekt wählte sie ein modernes Podcast-Format und verdichtete ihre Recherchen zu einer siebenminütigen Audioproduktion. Maßgeblich geprägt wurde ihre Arbeit von den Unterrichtseinheiten ihres Geschichtslehrers Andreas Fuchs, einem ehemaligen Landsmann aus Almaty.

Martes Podcast beleuchtete die Geschichte der Russlanddeutschen – eine von tragischer Ironie geprägte Erzählung. Viele von ihnen erlitten im Sowjetregime Verfolgung, wurden später in Deutschland jedoch oft pauschal als „Russlanddeutsche“ wahrgenommen. Bezug nahm sie dabei auch auf ein Buch von Alexander Krylov, das die harten Lebensbedingungen und Zwangsarbeit der Deutschen in Kasachstan beschreibt. Trotz offizieller Verbote bewahrten sie ihre Identität durch geheime Bräuche und familiäre Traditionen.

Der Podcast enthielt Zeitzeugenberichte, darunter die erschütternde Schilderung von Irina Albul, die ihre Ankunft in Kasachstan als traumatisches Erlebnis beschrieb. Diese persönlichen Geschichten verleihen den historischen Kämpfen eine eindringliche Stimme.

Der Wettbewerb erreichte sein Ziel: Er weckte Interesse an der gemeinsamen Geschichte Deutschlands und Kasachstans. Fiora Martes preisgekrönter Podcast bietet einen prägnanten, aber kraftvollen Einblick in ein wenig bekanntes Kapitel kultureller Widerstandsfähigkeit. Ihre Arbeit steht nun als Zeugnis für die bleibenden Verbindungen zwischen beiden Ländern.

Quelle