25 March 2026, 06:33

Schweiz stoppt Rüstungsexporte in die USA wegen Iran-Konflikts

Plakat mit einem Schweizer Flagge, Schild, Bäumen, Bergen und Text 'Tir Federal Chaux de Fonds Vin d'Honneur'.

Schweiz stoppt Rüstungsexporte in die USA wegen Iran-Konflikts

Die Schweiz hat neue Rüstungsexporte in die USA gestoppt, nachdem sie den Konflikt mit dem Iran als Krieg eingestuft hat. Die im März 2026 getroffene Entscheidung unterbindet zwar neue Genehmigungen, erlaubt aber die Abwicklung bestehender Verträge. Rechtsexperten argumentieren, die USA müssten – ähnlich wie Russland – denselben Beschränkungen unterliegen, da beide Länder in aktive Konflikte verwickelt sind.

Der Schweizer Bundesrat bestätigte, dass laufende Rüstungsgeschäfte mit den USA weiterhin erfüllt werden dürfen, neue Exporte jedoch nicht mehr bewilligt werden. Dieser Schritt folgt einer Überprüfung der Neutralitätspolitik, in deren Rahmen der Iran-Konflikt als Krieg klassifiziert wurde – was schweizerische Gesetze aktiviert, die Waffenlieferungen an Kriegsparteien verbieten. Im vergangenen Jahr importierten die USA militärische Ausrüstung im Wert von 90 Millionen Schweizer Franken aus der Schweiz, darunter Pistolen, Gewehre sowie Bauteile für Kampfflugzeuge vom Typ F/A-18 und F-35.

Schweizer Unternehmen wie Sauter Bachmann und Systems Assembling, die Komponenten für US-Kampfflugzeuge liefern, stehen nun vor Unsicherheit. Die Situation erinnert an einen Präzedenzfall aus dem Jahr 2003, als die Schweiz während des Irakkriegs US-Rüstungsaufträge prüfte, jedoch kein vollständiges Verbot verhängte. Damals überprüften Beamte lediglich, ob die Anfragen das bisherige Volumen überstiegen, bevor sie grünes Licht gaben.

Neben den USA verweigert die Schweiz auch Deutschland die Lieferung von Munition, falls diese an die Ukraine weitergegeben werden könnte. Die Entscheidungen basieren auf den strengen Neutralitätsgesetzen des Landes sowie den Vorschriften für Kriegsmaterial. Gleichzeitig kauft die Schweiz selbst Waffen aus den USA, darunter F-35-Kampfjets und Patriot-Raketensysteme – was Bedenken hinsichtlich möglicher Reaktionen aus Washington weckt.

Das Verbot neuer Rüstungsexporte lässt die schweizerische Verteidigungsindustrie in der Schwebe: Bisher wurden keine klaren Alternativmärkte ausgemacht. Bestehende Verträge bleiben zwar gültig, doch zukünftige Verkäufe in die USA hängen von weiteren Neutralitätsbewertungen ab. Der Streit unterstreicht die Spannung zwischen schweizerischem Recht und den Handelsbeziehungen zu den großen Militärmächten.

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