Schweizer Volksabstimmung: Warum die 10-Millionen-Grenze die Gemüter erhitzt
Mila VoigtSchweizer Volksabstimmung: Warum die 10-Millionen-Grenze die Gemüter erhitzt
Ein hitziger Austausch in den sozialen Medien hat die Aufmerksamkeit auf die bevorstehende Abstimmung in der Schweiz über eine Obergrenze für die Bevölkerungszahl gelenkt. Der britische Content-Creator alejandrosvanlife teilte ein Reel, in dem er die Initiative "Nein zu einer 10-Millionen-Schweiz!" diskutierte, über die im Juni 2023 abgestimmt werden soll. Der Beitrag löste eine scharfe Reaktion des Schweizer Rockveteranen und politischen Aktivisten Chris von Rohr aus.
Die Initiative zielt darauf ab, die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz bis 2050 auf 10 Millionen zu begrenzen. In den kommenden Monaten werden die Stimmbürger über ihr Schicksal entscheiden. Der Vorschlag hat eine kontroverse Debatte ausgelöst – besonders, nachdem der 74-jährige von Rohr wütend auf den Beitrag des Influencers reagierte.
In den Kommentaren schrieb von Rohr in Großbuchstaben: "WAS WEIßT DU DENN SCHON, JUNGER MANN?!" Später begründete er seinen Ausbruch mit Frust über vermutete Arroganz und zitierte dabei ein Statement, das er Michelangelo zuschreibt: "Die größte Gefahr für die Menschheit ist ihre eigene Meinung." Faktenchecker weisen jedoch darauf hin, dass dieses Zitat fälschlicherweise auch Voltaire und Leonardo da Vinci zugeschrieben wurde.
Von Rohr ist für sein politisches Engagement bekannt. 2010 unterstützte er die umstrittene Ausschaffungsinitiative der SVP. Zwei Jahre später erhielt er von SVP-Politiker Christoph Blocher einen Parlamentspass, was seine Verbindung zu den Anliegen der rechtskonservativen Partei weiter festigte.
Die Abstimmung im Juni wird entscheiden, ob die Schweiz eine strikte Bevölkerungsgrenze einführen wird. Die Debatte hat bereits heftige Reaktionen von Persönlichkeiten wie von Rohr hervorgerufen. Das Ergebnis könnte die demografische Politik des Landes für Jahrzehnte prägen.






