Schweizer Wähler lehnen Rettung der SRG mit klarem Nein ab
Öffentliche Kampagne zur Rettung der Schweizer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt SRG SSR endet mit klarem Votum der Wähler
Die öffentliche Kampagne zur Verteidigung der Schweizer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt SRG SSR ist mit einer deutlichen Niederlage zu Ende gegangen. Über 60 Prozent der Stimmberechtigten lehnten die Initiative ab, die das Ziel verfolgte, die Organisation vor weiteren Kürzungen des Budgets zu schützen. Das Ergebnis folgt auf Jahre des politischen Drucks und innerbetrieblicher Umstrukturierungen beim Sender selbst.
Den Anstoß für die Kampagne gab die "No-Billag"-Initiative von 2018, die das Finanzierungsmodell der SRG bedroht hatte. Diesmal übernahmen Laura Zimmermann und David Schärer – zwei Werbefachleute ohne offiziellen Auftrag – die Verteidigung. Sie sammelten rund 1,5 Millionen Franken über Crowdfunding ein und setzten auf eine Dachstrategie mit provokativen Plakaten und regionaler Medienpräsenz.
Eines der Plakate mit der Aufschrift "Gute Nacht, Lauberhorn" löste eine Kontroverse aus, als ein Schweizer Olympia-Funktionär behauptete, das Skirennen werde trotzdem übertragen. Währenddessen steuerte die SP (Sozialdemokratische Partei) 1,6 Millionen Franken zur Abstimmungskampagne bei, während die Gegenseite ausschließlich auf öffentliche Spenden setzte.
Seit dem gescheiterten "No-Billag"-Vorstoß im März 2023 hat die SRG bereits tiefgreifende Änderungen umgesetzt. Dazu gehört die Neuorganisation in drei Geschäftsbereiche – Nachrichten, Unterhaltung und Sport – ab 2024 sowie eine zentralisierte Führung. Bis 2025 sollen etwa 500 Vollzeitstellen abgebaut werden, und ab kommendem Jahr tritt ein Sparplan in Kraft, der jährlich 100 Millionen Franken einsparen soll. Trotz dieser Kürzungen bleibt die grundlegende öffentliche Finanzierung des Senders unverändert.
Die Kritik an den Sparvorschlägen von Medienminister Albert Rösti nimmt zu. SP-Co-Präsident Cédric Wermuth bezeichnete die Frage als "eine grundsätzliche Machtfrage". Nationalrat Ueli Schmezer, ehemaliger Moderator der Sendung "Kassensturz", kündigte an, Rösti wegen der geplanten Senkung der SRG-Gebühren herauszufordern.
Die Abstimmung hinterlässt die SRG unter anhaltendem Finanzdruck – trotz aller Umstrukturierungsbemühungen. Der Sender muss nun tiefere Einschnitte vornehmen, ohne seine öffentliche Dienstleistungsrolle zu gefährden. Gleichzeitig werden die politischen Debatten über seine Finanzierung und künftige Ausrichtung weitergehen.