Seattles Bürgermeisterin plant neue Steuern für Großverdiener und Unternehmen zur Rettung des Haushalts
Mila VoigtSeattles Bürgermeisterin plant neue Steuern für Großverdiener und Unternehmen zur Rettung des Haushalts
Seattles Bürgermeisterin Katie Wilson treibt neue Steuern für Großunternehmen und Spitzenverdiener voran, um ein prognostiziertes Haushaltsdefizit von rund 140 Millionen Pfund bis 2027 zu schließen. Die Pläne kommen zu einer Zeit, in der die Stadt mit steigenden Büroleerständen und anhaltenden Bedenken wegen der Betriebskosten zu kämpfen hat, die Unternehmen vertreiben.
Eines von Wilsons zentralen Vorhaben ist die bereits bestehende JumpStart-Lohnsteuer, die Unternehmen bis zu 2,4 Prozent auf Gehälter von Mitarbeitenden ab 150.000 Dollar Jahreseinkommen erhebt. Ab 2026 soll eine dritte Steuer greifen: ein fünfprozentiger Zuschlag auf Einkommen über eine Million Dollar, dessen Erträge für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen sind.
Zudem hat die Bürgermeisterin eine lokale Kapitalertragsteuer vorgeschlagen – eine Maßnahme, die sie bereits im Wahlkampf angekündigt hatte. Diese Schritte folgen auf Amazons Verlegung tausender Arbeitsplätze von Seattle in die Nachbarstadt Bellevue und andere Teile des King County. Als Hauptgrund nannte das Unternehmen die steuerliche Belastung in Seattle. Die Leerstandsquote in den Innenstadtbüros liegt mittlerweile bei über 30 Prozent, was auch auf frühere Unternehmenssteuern zurückgeführt wird.
Neben den Steuerplänen hat Wilson die Erweiterung des Videoüberwachungsnetzes der Stadt vorerst gestoppt. Neue Kameras im Lumen Field bleiben ausgeschaltet, es sei denn, es liegt eine "konkrete Bedrohung" vor. Damit reagiert sie auf Datenschutzbedenken und die Sorge, dass Bundesbehörden wie die Einwanderungsbehörde auf die Aufnahmen zugreifen könnten. Gleichzeitig müssen städtische Abteilungen mit möglichen Kürzungen von fünf bis zehn Prozent rechnen, da sich die Verwaltung auf finanzielle Engpässe einstellt.
Die neuen Steuern sollen Seattles Haushalt stabilisieren, doch ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft bleiben ungewiss. Angesichts der Tatsache, dass große Arbeitgeber bereits Standorte aus der Stadt verlagern, steht die Stadt vor der Herausforderung, Einnahmequellen zu sichern, ohne die wirtschaftliche Belastung weiter zu verschärfen. Die vorübergehende Aussetzung der Überwachung zeigt zudem, wie kontrovers die Debatte um Privatsphäre und Sicherheit im öffentlichen Raum nach wie vor ist.






