Sicherheitsdebatte im Schienenverkehr: Warum Zugbegleiter weiterhin allein unterwegs sind
Mila VoigtSicherheitsdebatte im Schienenverkehr: Warum Zugbegleiter weiterhin allein unterwegs sind
Der Streit um die Sicherheit von Zugpersonal hat sich zugespitzt, nachdem Verkehrsminister eine verpflichtende Zweierbesetzung in Zügen abgelehnt haben. Die Entscheidung folgt auf einen tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter und wachsende Sorgen über Gewalt gegen Eisenbahnmitarbeiter. Gewerkschaften und die Deutsche Bahn reagierten mit neuen Forderungen und Sicherheitsmaßnahmen.
Auf der jüngsten Konferenz der Verkehrsminister wurde die Sicherheit im Personenverkehr beraten. Zwar sprach sich das Gremium für ein bundesweites Verbot von Waffen und Messern aus, lehnte jedoch die Einführung einer verpflichtenden Zweierbesetzung für Zugbegleiter ab. Diese Ablehnung löste scharfe Kritik der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) aus, die diese Maßnahme seit Langem als unverzichtbar für den Schutz der Beschäftigten fordert.
EVG-Chef Martin Burkert warnte, dass die Gewalt gegen Mitarbeiter ohne strengere Schutzvorkehrungen weiter zunehmen werde. Seine Äußerungen erfolgten nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter, der die Position der Gewerkschaft unterstreicht. Unterdessen kündigte die Deutsche Bahn eigene Sicherheitsverbesserungen an, darunter Körperkameras für Servicekräfte und den Verzicht auf Ausweiskontrollen bei Fahrkartenprüfern.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder bestätigte, dass die Wirksamkeit dieser Maßnahmen bis Ende April überprüft werde. Parallel laufen Gespräche über eine verstärkte Videoüberwachung an Bahnhöfen. Zwar begrüßten die Minister die Schritte der Deutschen Bahn, blieben bei den Personalregelungen jedoch unnachgiebig – zur Unzufriedenheit von Gewerkschaften und Beschäftigten.
Die Entscheidung der Minister lässt die Personalstärke damit unverändert, trotz des Drucks der Gewerkschaften. Die neuen Sicherheitsinstrumente der Deutschen Bahn sollen in den kommenden Wochen bewertet werden. Die Debatte um die Sicherheit von Zugbegleitern bleibt vorerst ungelöst.






