Siemens plant radikale Umstrukturierung – Sparten sollen verschwinden
Laut Medienberichten erwägt Siemens im Rahmen seiner langjährigen One-Tech-Company-Strategie eine umfassende interne Umstrukturierung. Der Plan, den Vorstandsvorsitzende Roland Busch vor eineinhalb Jahren erstmals vorstellte, könnte zentrale Sparten auflösen, um die Abläufe zu straffen und Fachwissen stärker zu bündeln.
Im Zuge der geplanten Neuordnung könnten die Bereiche Digital Industries und Smart Infrastructure aufgelöst werden. Sollte der Vorschlag umgesetzt werden, würden ihre Geschäftsbereiche direkt der Siemens-Konzernführung unterstehen – statt wie bisher als eigenständige Einheiten zu agieren. Ziel ist es, doppelte Strukturen abzubauen und parallele Entwicklungsarbeiten im Unternehmen zu reduzieren.
Der Schritt folgt auf die bereits 2018 erfolgte Ausgliederung des Medizintechnikbereichs Siemens Healthineers. Künftig sollen die verbleibenden Sparten enger zusammenarbeiten, insbesondere in den Bereichen Vertrieb, Einkauf und Entwicklung. Aktuell seien keine Stellenstreichungen geplant, allerdings seien Anpassungen in den Prozessen wahrscheinlich, hieß es.
Siemens wollte die Details nicht bestätigen und lehnte eine Stellungnahme zu einem Bericht der Handelsblatt ab. Das Unternehmen betonte, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei. Matthias Rebellius und Cedrik Neike, die jeweils Smart Infrastructure und Digital Industries leiten, haben sich zu den möglichen Änderungen bisher nicht öffentlich geäußert.
Die One-Tech-Company-Strategie zielt darauf ab, interne Abgrenzungen zwischen den Bereichen abzubauen und die Zusammenarbeit zu intensivieren. Busch setzt dabei auf die Konzentration von Kompetenzen statt auf die Beibehaltung getrennter Organisationseinheiten.
Falls umgesetzt, würde die Restrukturierung eine deutliche Wende in der Organisation der Siemens-Kernbereiche bedeuten. Die Änderungen sollen Entscheidungsprozesse zentralisieren und Doppelstrukturen verringern, doch das Unternehmen hat seine Pläne noch nicht finalisiert. Siemens versichert weiterhin, dass vorerst keine Entlassungen zu erwarten seien.






