Skandal um Golfplatz-Projekt: Premier von Prince Edward Island leitet Untersuchung ein
Hannah RichterSkandal um Golfplatz-Projekt: Premier von Prince Edward Island leitet Untersuchung ein
Premier von Prince Edward Island ordnet Untersuchung gegen ehemaligen Minister an
Der Premierminister von Prince Edward Island, Rob Lantz, hat eine Untersuchung zur Amtsführung eines früheren Kabinettsmitglieds im Zusammenhang mit der Genehmigung eines Golfplatz-Projekts angekordert. Der Vorwurf: Bei der Freigabe von Änderungen an einem Feuchtgebiet sei gegen provinziale Vorschriften verstoßen worden. Im Mittelpunkt der Affäre steht Gilles Arsenault, der vergangenes Wochenende aus dem Kabinett entlassen und aus der Fraktion suspendiert wurde.
Auslöser des Skandals war eine von Arsenault – damals Minister für Energie und Klimaschutz – im Jahr 2025 genehmigte Änderung einer Feuchtgebiets-Genehmigung für den Summerside Golf Club. Eine unabhängige Prüfung ergab später, dass die Entscheidung gegen provinziale Richtlinien verstieß. Zu den Hauptverstößen zählten das Überspringen einer vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfung, die Missachtung von Regeln zur öffentlichen Anhörung sowie das Unterlassen einer Bewertung der kumulativen Umweltauswirkungen.
Erste Bedenken gegen das Genehmigungsverfahren hatte das Umweltministerium geäußert, woraufhin die Bauarbeiten des Golfclubs am 27. Februar 2026 gestoppt wurden. Anschließend informierten stellvertretende Minister aus den Ressorts Umwelt und Justiz das Büro des Premiers. Bis zum 28. März hatte Lantz Arsenault aus dem Kabinett entlassen und ihn bis zum Abschluss der Ermittlungen aus der Fraktion ausgeschlossen.
Nun hat der Premier den Interessenkonflikt-Beauftragten der Provinz beauftragt, den Fall zu prüfen. Arsenault, der zuvor als Wirtschaftsminister amtierte, hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die kanadische Presseagentur The Canadian Press hat die Vorfälle nicht eigenständig überprüft.
Die Untersuchung soll klären, ob Arsenault gegen Regeln zur Vermeidung von Interessenkonflikten verstoßen hat. Die umstrittene Genehmigungsänderung für den Golfclub bleibt vorerst auf dem Prüfstand – und mit ihr die politische Zukunft des ehemaligen Ministers. Ein Zeitplan für den Abschluss der Ermittlungen steht laut Premierbüro noch nicht fest.






