Solvay revolutioniert Kieselsäureproduktion mit Agrarabfällen in Livorno
Hannah RichterSolvay revolutioniert Kieselsäureproduktion mit Agrarabfällen in Livorno
Solvay eröffnet biozirkuläres Kieselsäurewerk in Livorno, Italien
Der Chemiekonzern Solvay hat in Livorno ein neues Werk für die Produktion von biozirkulärer Kieselsäure in Betrieb genommen. Die Anlage markiert einen wichtigen Meilenstein in der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens, das Agrarabfälle nutzt, um hochleistungsfähige Kieselsäure für Reifen herzustellen. Bis 2026 sollen ähnliche Verfahren an drei weiteren Standorten in Europa, Asien und Nordamerika eingeführt werden.
Das Werk in Livorno stellt hochdispergierbare Kieselsäure (HDK) her, wobei Natriumsilikat aus Reisspelzenasche gewonnen wird. Im Vergleich zur herkömmlichen Kieselsäureproduktion reduziert dieses Verfahren die CO₂-Emissionen um 35 Prozent pro Tonne. Zudem ist die Anlage Teil einer umfassenderen Kreislaufwirtschaft: Lokale Industrieabfälle wie gebrauchter Formsand und Glasbruch werden zu wertvollen Rohstoffen aufbereitet.
Solvay plant, bis 2026 alle seine Kieselsäure-Standorte auf ISCC PLUS-zertifizierte Einsatzstoffe umzustellen. Livorno ist der erste Standort, der Reisspelzenasche einsetzt – damit können Reifenhersteller bis zu 15 Prozent recycelte oder erneuerbare Bestandteile in ihre Produkte integrieren. Jana Striezel, Einkaufsleiterin bei Continental Reifen, bestätigte die hohe Leistungsfähigkeit des Materials und äußerte Interesse an einer Ausweitung der Nutzung.
Das Projekt unterstreicht die Bedeutung Italiens für Solvays globale Nachhaltigkeitsstrategie. Philippe Kehren, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, betonte, wie die Anlage Reifenherstellern helfe, kommende EU-Vorgaben zu erfüllen und gleichzeitig eigene Umweltziele voranzutreiben. An Nuyttens, Leiter der Solvay-Sparte Silica, bezeichnete die Anlage als Maßstab für zirkuläre Innovation, von der Landwirte, Industrie und lokale Gemeinschaften profitierten.
Das Werk in Livorno ist nun voll operativ und dient als Vorbild für künftige Erweiterungen von Solvay. Mit drei weiteren Standorten, die bis 2026 ähnliche abfallbasierte Verfahren einführen, will das Unternehmen Emissionen senken und Reifenhersteller bei der Verwendung nachhaltigerer Materialien unterstützen. Die Initiative stärkt zudem die regionale Wirtschaft durch geschlossene Wertstoffkreisläufe.






