Spahns Plan: Mehrwertsteuer auf Lebensmittel streichen – doch wer profitiert wirklich?
Emil LangeSpahns Plan: Mehrwertsteuer auf Lebensmittel streichen – doch wer profitiert wirklich?
Jens Spahn hat einen Vorschlag eingebracht, die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel abzuschaffen, um die steigenden Lebenshaltungskosten zu bekämpfen. Das Vorhaben soll Haushalten monatlich zwischen 15 und 30 Euro einsparen. Allerdings könnten nicht alle Ersparnisse bei den Verbrauchern ankommen, da Händler die Preise anpassen könnten.
Laut dem Plan würde die Mehrwertsteuer auf grundlegende Lebensmittel von sieben auf null Prozent sinken. Dadurch könnten die monatlichen Ausgaben pro Person um etwa 15 bis 20 Euro reduziert werden. Die genauen Ersparnisse hängen jedoch von der Familiengröße und den Einkaufsgewohnheiten ab.
Sollte die Änderung umgesetzt werden, entgingen dem Staat jährlich rund 16 bis 17 Milliarden Euro an Steuereinnahmen. Ökonomen warnen jedoch, dass Unternehmen die volle Steuerentlastung möglicherweise nicht an die Verbraucher weitergeben. Bei manchen Produkten könnten nur die Hälfte bis drei Viertel der Senkung im Preis sichtbar werden.
Einzelhändler könnten einen Teil der Ersparnisse als unerwartete Gewinne einbehalten, insbesondere bei Produkten mit stabiler Nachfrage. Langfristig könnte sich der Effekt auf die Verbraucherpreise abschwächen, sobald Unternehmen ihre Preispolitik anpassen.
Eine ähnliche Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel war 2026 rückgängig gemacht worden, was zu Warnungen aus der Gastronomiebranche vor höheren Kosten und möglichen Schließungen führte. Über die weiteren politischen Debatten innerhalb der EU-Parteien liegen jedoch keine klaren Details vor.
Die Abschaffung der Mehrwertsteuer könnte zwar die monatlichen Lebensmittelrechnungen senken, doch der tatsächliche Vorteil für Kundinnen und Kunden könnte geringer ausfallen als erwartet. Bei möglichen Mindereinnahmen von bis zu 17 Milliarden Euro pro Jahr stünde der Staat vor einer erheblichen finanziellen Belastung. Ungewiss bleibt, wie sich die Preise langfristig entwickeln, da Unternehmen auf die Änderung reagieren werden.






