Spaniens Patienten kämpfen mit monatelangen Wartezeiten auf Ärzte
Patienten in Spanien müssen länger auf medizinische Versorgung warten
In Spanien sehen sich Patienten mit immer längeren Wartezeiten im öffentlichen Gesundheitssystem konfrontiert, da die Nachfrage nach medizinischer Versorgung steigt. Routinetermine bei Haus- und Fachärzten dauern mittlerweile Wochen – teilweise sogar Monate – länger als noch vor einigen Jahren. Trotz der Verzögerungen bleibt das Vertrauen in das System jedoch hoch: Die meisten Menschen entscheiden sich nach wie vor für die öffentliche Gesundheitsversorgung.
Die durchschnittliche Wartezeit für einen Termin beim Hausarzt beträgt mittlerweile 9,15 Tage – ein Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Bei Facharztterminen verlängert sich die Wartezeit im Schnitt auf etwa 87 Tage. Allein in der Valencianischen Gemeinschaft warteten Mitte 2025 fast 440.000 Patienten auf eine Facharztkonsultation, mit einer durchschnittlichen Wartezeit von 85 Tagen.
Hinter den längeren Wartezeiten stehen eine alternde Bevölkerung, eine gestiegene Inanspruchnahme medizinischer Leistungen sowie Personalmangel in Kliniken und Praxen. Marina Klopova, die seit fast 17 Jahren in Spanien lebt, hat die Veränderungen selbst erlebt. Sie berichtet von unzuverlässigen Terminvergaben und wachsender Unzufriedenheit unter den Patienten.
Trotz der Herausforderungen bietet das spanische öffentliche Gesundheitssystem weiterhin kostenlose Behandlung zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme für anspruchsberechtigte Bewohner – darunter spanische Staatsbürger, ausländische Einwohner, EU-Bürger und in einigen Fällen auch Menschen ohne offiziellen Aufenthaltsstatus. Das System wird nach wie vor für seine Zugänglichkeit und Qualität gelobt: 73,9 % der Bevölkerung bevorzugen öffentliche Krankenhäuser gegenüber privaten Alternativen.
Die verlängerten Wartezeiten belasten zwar die spanischen Gesundheitsdienste, doch das öffentliche Vertrauen bleibt stabil. Das System garantiert weiterhin eine flächendeckende Versorgung und kostenlose Behandlung für Berechtigte. Dennoch deuten die wachsenden Verzögerungen auf die Notwendigkeit weiterer Investitionen in Personal und Ressourcen hin.






