10 May 2026, 12:01

SPD-Berlin legt umstrittenes Wahlprogramm vor – Streit um Olympia und Wohnungsbau

Altes Dokument mit einer handgezeichneten Grundrissplan der Berliner Handelsgesellschaft, mit Text und einem Stempel auf der linken Seite.

SPD-Berlin legt umstrittenes Wahlprogramm vor – Streit um Olympia und Wohnungsbau

Berlins SPD präsentiert 65-seitigen Entwurf ihres Wahlprogramms – mit einer Kurzfassung auf 57 Seiten

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Die Berliner SPD hat einen 65-seitigen Entwurf ihres Wahlprogramms vorgelegt, der in einer komprimierten Version 57 Seiten umfasst. Das Dokument legt einen starken Fokus auf Wirtschaftspolitik und skizziert Pläne für den sozialen Wohnungsbau sowie einen gerechteren Mietmarkt. Dennoch bleiben interne Spannungen bestehen – insbesondere in der Frage der olympischen Bewerbung der Stadt und der Ausrichtung der Partei unter der aktuellen Führung.

Das Programm bekräftigt das Vorhaben, einen Rahmen für den sozialen Wohnungsbau zu schaffen und den Mietmarkt im Sinne des Gemeinwohls umzugestalten. Eine klare Positionierung zur umstrittenen Forderung nach Enteignungen großer Wohnungsunternehmen bleibt jedoch aus. Diese Auslassung stößt bei Parteimitgliedern auf geteilte Reaktionen.

Die Unzufriedenheit innerhalb der SPD ist spürbar: Schätzungsweise ein Drittel der Delegierten lehnt die von Berlins rot-schwarzer Senatskoalition unterstützte Olympiabewerbung ab. Sinem Taşan-Funke, eine der stellvertretenden Landesvorsitzenden, übt offene Kritik an der regierenden Koalition und bezeichnet diese als „provinzielle Dilettanten“. Sie zeigt sich frustriert über deren Umgang mit den städtischen Angelegenheiten.

Unterdessen richtete sich Rona Tietje, Jugendstadträtin in Pankow, in ihren Äußerungen gegen die CDU. Sie wirft der Partei vor, weder die nötige Kompetenz noch eine schlüssige Vision für die Zukunft Berlins zu besitzen.

Der Entwurf enthält zudem den Antrag 08/II/2025, der vorschlägt, SPD-Vertreter auf allen Ebenen rechtlich verbindlich an die Umsetzung von Parteibeschlüssen zu binden. Mit dieser Maßnahme soll die Disziplin gestärkt und eine einheitliche Politikumsetzung sichergestellt werden.

Das SPD-Programm setzt konkrete Schwerpunkte bei Wohnungsbau und Mietreformen, geht umstrittenen Themen jedoch aus dem Weg. Die interne Opposition gegen die Olympiabewerbung und die Kritik an der aktuellen Führung unterstreichen die anhaltenden Konflikte. Sollte der vorgeschlagene rechtliche Bindungsrahmen für Vertreter beschlossen werden, könnte dies die Arbeitsweise der Berliner SPD grundlegend verändern.

Quelle