Straßenbahn-Ausbau in Zürich spaltet Politik: Ökologie vs. Fortschritt
Hannah RichterStraßenbahn-Ausbau in Zürich spaltet Politik: Ökologie vs. Fortschritt
Geplante Straßenbahn-Verlängerung in Zürich löst hitzige Debatte aus
Ein vorgeschlagener Ausbau der Straßenbahn in Zürich hat unter Stadtpolitiker:innen eine kontroverse Diskussion entfacht. Die vier Kilometer lange Strecke soll den Stadtteil Affoltern mit dem Hauptbahnhof und dem Stadtzentrum verbinden. Kritiker:innen argumentieren jedoch, dass das Projekt mit zu hohen ökologischen und finanziellen Kosten verbunden sei.
Die Verlängerung der Straßenbahn entlang der Wehntalerstraße würde voraussichtlich 560 Millionen Schweizer Franken kosten. Die Finanzierung soll zwischen Kanton, Stadt und Bund aufgeteilt werden. Befürworter:innen betonen, dass das Vorhaben die ÖPNV-Anbindung für Anwohner:innen deutlich verbessern werde.
Widerstand formiert sich jedoch in mehreren Parteien, darunter die Grünen, die Schweizerische Volkspartei (SVP), die Alternative Liste sowie Teile der Grünliberalen (GLP). Der grüne Politiker Markus Knauss bezeichnete den Plan in einer Ratsdebatte als "schlichtweg falsch". Besonders kritisierte er die Fällung von fast 700 Bäumen – die größte Rodungsaktion in der Geschichte Zürichs – als schwerwiegendes Problem.
Knauss monierte zudem unzureichende Radwegeplanungen und eine mangelhafte Anbindung an die bestehende Infrastruktur. Zwar versprechen Stadtplaner:innen einen Nettozuwachs von fast 300 neuen Bäumen, doch konkrete Alternativen zur Verringerung der Eingriffe in Grünflächen fehlen bisher. Der FDP-Stadtrat Michael Baumer verteidigte die Verlängerung hingegen als notwendig für die städtische Entwicklung.
Die Straßenbahn-Erweiterung bleibt umstritten, wobei ökologische und finanzielle Bedenken im Vordergrund stehen. Sollte das Projekt genehmigt werden, würde es den Verkehr in Affoltern neu prägen – allerdings auf Kosten eines massiven Baumverlusts. Der Stadtrat muss die Einwände klären, bevor es weitergeht.






