Streit um Gesetzentwurf C-21 spaltet Métis und First Nations
Ein Streit ist zwischen der Manitoba Métis Federation (MMF) und der Versammlung der First Nations (AFN) über den Gesetzentwurf C-21 entbrannt. Die vorgeschlagene Gesetzesvorlage, die derzeit im Unterhaus debattiert wird, würde den ersten Vertrag zwischen der Bundesregierung und den Métis darstellen. Doch nun geraten die Führungspersönlichkeiten beider Gruppen über die Folgen des Entwurfs aneinander.
Die nationale Vorsitzende der AFN, Cindy Woodhouse Nepinak, hat den Gesetzentwurf scharf kritisiert. Sie wirft der Regierung vor, das Gesetz ohne ausreichende Konsultation mit den First Nations vorangetrieben zu haben. Aus ihrer Sicht gefährdet die Vorlage ein ungleiches System, in dem die Rechte der First Nations untergraben werden.
Woodhouse Nepinak fordert den Rückzug des Entwurfs und warnt, dieser könnte eine Hierarchie der Rechte schaffen, in der die First Nations am Ende stehen. Ihre Aussagen stehen in direktem Widerspruch zur Haltung von MMF-Präsident David Chartrand.
Chartrand verteidigt das Gesetz und betont, es betreffe ausschließlich die Selbstverwaltung der Métis und habe keine Auswirkungen auf andere indigene Gruppen. Er wirft der AFN vor, Falschinformationen zu verbreiten, und unterstreicht, dass es in der Vorlage um die interne Governance der Métis gehe. Trotz der Kritik bleibt er entschlossen, mit der Bundesregierung zusammenzuarbeiten, um das Gesetz durchzubringen.
Die Debatte um Bill C-21 hält an, während der Entwurf durch das Unterhaus geht. Der Konflikt zwischen MMF und AFN offenbart tiefe Gräben in Fragen der indigenen Rechte und der Konsultationspflicht. Das Ergebnis der Abstimmung wird zeigen, ob das Gesetz tatsächlich zum ersten offiziellen Vertrag zwischen den Métis und der Bundesregierung wird.






