06 May 2026, 16:32

Studienkredite in Großbritannien: Warum Absolventen oft das Doppelte zurückzahlen müssen

Plakat, das die Stornierung von Studienkrediten für alle angekündigt, die ab nächsten Monat im Save Student Loan Repayment Plan teilnehmen.

Studienkredite in Großbritannien: Warum Absolventen oft das Doppelte zurückzahlen müssen

Studienkredite in Großbritannien ähneln für Absolventen immer mehr einer langfristigen Steuer als einer klassischen Schuldenlast. Zwar hängen die Rückzahlungen vom Einkommen ab, doch viele zahlen am Ende weit mehr zurück, als sie ursprünglich geliehen haben. Nun überlegen Familien zunehmend, ob sie ihre Kinder finanziell unterstützen sollen – sei es durch die direkte Übernahme der Studiengebühren oder durch Rücklagen für deren Zukunft.

Im aktuellen „Plan 2“-System führen unterschiedliche Einkommen zu extrem variierenden Rückzahlungsergebnissen. Ein Absolvent mit einem Jahresgehalt von 30.000 Pfund könnte über 30 Jahre etwa 50.000 Pfund zurückzahlen, wobei ein großer Teil der Schulden irgendwann erlassen wird. Wer hingegen 40.000 Pfund verdient, könnte am Ende über 100.000 Pfund zahlen – mehr als das Doppelte der ursprünglichen Summe – und trotzdem die gesamte Schuld nicht tilgen.

Besonders hart trifft es die mittlere Einkommensgruppe, vor allem jene mit Gehältern zwischen 45.000 und 50.000 Pfund. Sie zahlen oft die höchsten Gesamtbeträge. Ein Beispiel: Ein Absolvent mit einem Darlehen von 50.000 Pfund, der mit 47.000 Pfund Jahresgehalt beginnt, könnte über drei Jahrzehnte hinweg rund 136.000 Pfund zurückzahlen. Durch die auflaufenden Zinsen zahlt er fast das Dreifache des geliehenen Betrags.

Gutverdiener, etwa mit einem Startinggehalt von 63.000 Pfund, stehen vor einer anderen Situation. Sie zahlen zwar insgesamt rund 90.000 Pfund zurück, doch ihr Einkommen deckt die Zinsen von Anfang an, sodass sie die Schulden schneller abbauen. Diese Gruppe – oft als HENRYs (High Earners, Not Rich Yet) bezeichnet – empfindet die Studienkredite daher als weniger belastend als Absolventen mit mittlerem Einkommen.

Angesichts steigender Immobilienpreise und Lebenshaltungskosten springen nun vermehrt Eltern und Großeltern ein. Manche übernehmen die Studiengebühren direkt, um die spätere Schuldenlast zu verringern. Andere sparen, um ihre Kinder oder Enkel später finanziell zu entlasten. Wer es sich leisten kann, kann so zudem mögliche Erbschaftssteuern mindern.

Das aktuelle System führt dazu, dass Absolventen mit bescheidenen Gehältern über die Jahre oft am meisten zurückzahlen. Geringverdiener sehen einen Großteil ihrer Schulden erlassen, während Besserverdiener ihre Kredite schnell tilgen. Daher suchen Familien zunehmend nach Wegen, um den finanziellen Druck auf die jüngere Generation zu verringern. Die vorzeitige Zahlung der Gebühren oder das Ansparen für die Zukunft hat sich dabei zu einer gängigen Strategie entwickelt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Lesen Sie auch:

Quelle