Supermärkte wie Asda und Morrisons wetten riskant auf Sale-and-Leaseback-Deals mit 400-Millionen-Pfund-Volumen
Emil LangeSupermärkte wie Asda und Morrisons wetten riskant auf Sale-and-Leaseback-Deals mit 400-Millionen-Pfund-Volumen
Britische Supermärkte setzen in rasantem Tempo auf Sale-and-Leaseback-Geschäfte – doch die Strategie birgt Risiken
An der Spitze dieser Entwicklung stehen Asda und Morrisons: Allein im ersten Quartal 2023 erreichten solche Vereinbarungen ein Volumen von 400 Millionen Pfund. Doch das Vorgehen ist nicht ohne Gefahren – wie der Kollaps des Parkhausbetreibers NCP im Januar zeigt.
Bei Sale-and-Leaseback-Deals verkaufen Unternehmen Immobilien aus ihrem Besitz und leasen sie langfristig zurück. Morrisons besitzt rund 80 Prozent seiner Filialen und verfügt damit über ausreichend Vermögenswerte für solche Transaktionen. Auch Asda, dem etwa 40 Prozent seiner Standorte gehören, hat die Strategie übernommen.
Die Risiken wurden Anfang 2023 offenkundig, als NCP, einer der größten britischen Parkhausbetreiber, in die Insolvenzverwalterschaft ging. Bereits zwei Jahrzehnte zuvor hatte das Unternehmen im Rahmen eines Leaseback-Deals Parkhäuser im Wert von 600 Millionen Pfund verkauft, um seine Übernahme durch die Beteiligungsgesellschaft Cinven zu finanzieren. Bis 2023 waren die unvermeidlichen Mietverpflichtungen von ursprünglich 45 Millionen auf 1,3 Milliarden Pfund explodiert – obwohl die Umsätze mit 187 Millionen Pfund auf dem Niveau von 2002 stagnierten.
Hinzu kamen strukturelle Veränderungen auf dem Markt: Fahrdienst-Apps, City-Maut und die Zunahme von Homeoffice reduzierten die Nachfrage nach Innenstadt-Parkplätzen. Unterdesssen sah sich Asda eigenen Herausforderungen gegenüber, nachdem die Ratingagentur S&P das Unternehmen im Dezember 2022 weiter in den Ramschstatus abgestuft hatte – mit Verweis auf die langsame Erholung und die finanzielle Belastung durch Leaseback-Verpflichtungen.
Der Anstieg solcher Geschäfte im Supermarktsektor unterstreicht die wachsende Abhängigkeit von immobiliengestützter Finanzierung. Doch der Fall NCP mahnt zur Vorsicht bei langfristigen Mietverträgen in sich wandelnden Märkten. Mit bereits 400 Millionen Pfund an Abschlüssen in diesem Jahr bleibt abzuwarten, welche langfristigen Folgen die Strategie für den Einzelhandel haben wird.






