"The Bikeriders": Wie eine Bikergang vom Mythos zur Gewalt abdriftet
Ein neuer Film des Regisseurs Jeff Nichols erkundet die dunkle Seite der Bikergang-Kultur.„The Bikeriders“ erzählt den Aufstieg und Fall von Johnny Davis, eines Mannes, dessen Besessenheit von Rebellion in etwas weitaus Gefährlicheres umschlägt. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Kathy Cross erzählt, einer jungen Frau, die unfreiwillig in eine Welt gerät, die sie nie erwartet hätte.
Johnny Davis, gespielt von Tom Hardy, gründet nach der Inspiration durch Marlon Brandos Figur in „Der Wilde“ den Vandals Motorcycle Club. Was als lockere Runde von Freunden beginnt, die nach Nervenkitzel suchen, wächst bald zu etwas Größerem heran. Neue Chapters der Gang verbreiten sich in den USA, und die Partys werden wilder, brutaler.
Anfangs will Kathy Cross, verkörpert von Jodie Comer, mit den Bikern nichts zu tun haben. Doch Benny, ein charismatisches Mitglied – gespielt von Austin Butler –, zieht sie in ihren Bann. Der Film nutzt ein College-Projekt als erzählerischen Rahmen, in dem Kathy schildert, wie sich die Mythenbildung der Gang in etwas Bedrohliches verwandelt.
In den frühen 1970er-Jahren treibt eine neue Generation von Bikern den Lebensstil der Vandals auf die Spitze. Aus wilden Feiern wird organisiertes Verbrechen – Prostitution, Waffenhandel und Schlimmeres. Johnny, einst der Anführer, verliert die Kontrolle über das, was er geschaffen hat. Seine Geschichte wird zur Warnung, wie Mythen sich in etwas Zerstörerisches verkehren können.
Nichols konzentriert sich nicht nur auf die Gewalt der Gang. Der Film geht tiefer und zeigt, wie selbsterschaffene Legenden giftig werden können. Die Biker sehen sich als Gesetzlose, doch ihre Realität besteht oft nur aus Trunksucht und Chaos. Johnnys Niedergang steht im Zentrum der Handlung – ein Mann, der von seiner eigenen Schöpfung verschlungen wird.
Der Film zeichnet ein schonungsloses Bild davon, wie die Suche nach Identität in den Ruin führen kann. Johnnys Gang beginnt als Fantasie, endet aber in realen Konsequenzen. „The Bikeriders“ hinterlässt beim Publikum eine klare Botschaft: Wenn Mythen die Oberhand gewinnen, ist das Ergebnis alles andere als glamourös.






