Zwei Pilotentode in einer Woche: Flugsicherheit in Indien auf dem Prüfstand
Lina SeidelZwei Pilotentode in einer Woche: Flugsicherheit in Indien auf dem Prüfstand
Die Indian Airline Pilots Association (ALPA India) hat nach dem Tod zweier junger Piloten innerhalb einer Woche dringende Bedenken hinsichtlich der Flugsicherheit geäußert. Beide Vorfälle betrafen Cockpit-Mitglieder unter 45 Jahren, die an einem Herzinfarkt verstorben sind. Die Vereinigung fordert nun den Luftfahrtregulator auf, die Vorschriften für Einsatzplanung und medizinische Transparenz zu verschärfen.
ALPA India hat die Generaldirektion für Zivilluftfahrt (DGCA) aufgefordert, die Zusammenhänge zwischen gesundheitlicher Untauglichkeit von Piloten und den aktuellen Dienstplänen zu untersuchen und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Die Organisation warnt, dass betriebliche Zwänge – darunter Personalmangel – Fluggesellschaften dazu veranlassen, Ausnahmen von den Flugdienstzeitbegrenzungen (FDTL) zu beantragen. Solche Ausnahmen, so die Argumentation, gefährdeten die Sicherheit.
Die Vereinigung verlangt den sofortigen Widerruf aller vorübergehenden FDTL-Anpassungen und besteht auf einen klaren, zeitlich befristeten Plan zur Wiederherstellung einheitlicher Regeln für alle Airlines. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Forderung nach mehr Transparenz: ALPA India drängt die DGCA dazu, vierteljährliche Müdigkeitsberichte in einem standardisierten Format vorzuschreiben – Daten, die auf der Website der Behörde öffentlich zugänglich sein müssen.
Zudem kritisiert ALPA India Verzögerungen bei der Aufklärung von Vorfällen. Der Bericht über die schweren Betriebsstörungen bei IndiGo im Dezember 2025 liege weiterhin nicht vor. Die Vereinigung betont, dass Sicherheit nicht verhandelbar sei, und fordert, die Stabilität der Dienstpläne als messbaren Prüfparameter wieder einzuführen.
Darüber hinaus verlangt die Pilotenvereinigung von den Fluggesellschaften, ausstehende Untersuchungsberichte und medizinische Tauglichkeitsakten von Piloten unverzüglich offenzulegen. Die Forderungen kommen zu einer Zeit, in der die körperliche Belastung des Flugpersonals angesichts steigender betrieblicher Anforderungen zunehmend in den Fokus rückt.
Der Regulator steht nun unter Druck, auf mehreren Ebenen zu handeln. Zu den Kernforderungen von ALPA India zählen eine strengere Überwachung der Dienstpläne, die öffentliche Veröffentlichung von Müdigkeits- und Gesundheitsdaten sowie ein schrittweises Ende der FDTL-Ausnahmen. Die beiden Todesfälle innerhalb einer Woche haben die Debatte über das Gleichgewicht zwischen betrieblichen Erfordernissen und dem Wohlbefinden der Crews weiter verschärft.






