Trump-Interview bei 60 Minutes löst Welle der Empörung aus – Vorwurf der Frauenfeindlichkeit
Lina SeidelTrump-Interview bei 60 Minutes löst Welle der Empörung aus – Vorwurf der Frauenfeindlichkeit
Ein angespanntes 60 Minutes-Interview mit Donald Trump hat scharfe Kritik von Kaliforniens First Partner, Jennifer Siebel Newsom, ausgelöst. Sie verurteilte das Verhalten des ehemaligen Präsidenten als "beunruhigend" und "frauenfeindlich", nachdem er mit der Journalistin Norah O'Donnell aneinandergeraten war. Der Wortwechsel ereignete sich vor dem Hintergrund der anhaltenden Folgen eines mutmaßlichen Attentatsversuchs beim Abendessen der Weißen-Haus-Korrespondenten.
Unterdessen wurde der Verdächtige in diesem Fall, Cole Allen, offiziell wegen versuchten Mordes am Präsidenten angeklagt – ein Verbrechen, das mit einer möglichen lebenslangen Haftstrafe geahndet wird.
Die Konfrontation eskalierte während Trumps Interview mit O'Donnell, in dem er die erfahrene CBS-Journalistin als "Schande" bezeichnete. Sein Ausbruch soll Siebel Newsom so verärgert haben, dass sie ihm später vorwarf, tief verwurzelte Frauenfeindlichkeit an den Tag zu legen. Zudem deutete sie an, seine Rhetorik könnte politische Gewalt anheizen.
Trump nutzte das Interview, um sich gegen Behauptungen in Allens Manifest zu wehren, das angeblich auf seine eigene aufhetzerische Sprache Bezug nahm. Zudem beharrte er darauf, Presse und Demokraten seien "ein und dasselbe" – ein Vorwurf, den er seit Langem erhebt.
Allen stand unterdessen zum ersten Mal seit seiner Festnahme vor Gericht. Der 24-Jährige zeigte keine sichtbare Regung, als die Anklage wegen versuchten Attentats verlesen wurde. Die Ermittler prüfen derzeit, ob Trumps Reaktion auf die Schüsse beim Korrespondenten-Dinner die Reaktion des Secret Service verzögert hat.
Der Vorfall hat die Debatten über politische Rhetorik und Sicherheitsvorkehrungen neu entfacht. Trumps Kritiker werfen ihm vor, sein konfrontativer Stil sorge für eine Normalisierung von Feindseligkeit, während seine Unterstützer die Bedenken als übertrieben abtun.
Allen droht im Falle einer Verurteilung eine Höchststrafe von lebenslanger Haft. Der Fall lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf Trumps Verhältnis zu Medien und Strafverfolgungsbehörden. Siebel Newsoms scharfe Kritik reiht sich derweil in die wachsende Zahl der Stimmen ein, die sein öffentliches Auftreten infrage stellen.






