Unilever verhandelt mit McCormick über Lebensmittel-Sparte – Aktie stürzt ab
Hannah RichterUnilever verhandelt mit McCormick über Lebensmittel-Sparte – Aktie stürzt ab
Laut Medienberichten führt Unilever Gespräche mit dem US-Gewürzhersteller McCormick über eine Eingliederung seiner Lebensmittelsparte in das Unternehmen. Das potenzielle Abkommen zielt darauf ab, das Geschäft von Unilever umzustrukturieren und dabei Kapitalertragssteuern zu vermeiden. Beide Unternehmen haben die Verhandlungen bisher nicht bestätigt.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines deutlichen Kursrückgangs der Unilever-Aktie, die im vergangenen Monat um über 15 Prozent auf 51,94 Euro gefallen ist. Nach dem vorgeschlagenen Plan könnte die Lebensmittelsparte von Unilever ausgegliedert und vor einer vollständigen Fusion an McCormick verkauft werden. Die Aktionäre des britischen Konsumgüterriesen würden dabei eine kontrollierende Mehrheit von über 50 Prozent an dem fusionierten Unternehmen behalten. Diese Struktur würde es Unilever ermöglichen, ältere Lebensmittelmarken abzugeben und sich stärker auf die Bereiche Schönheit und Körperpflege zu konzentrieren.
Branchenweite Herausforderungen haben die Gespräche beschleunigt. Der anhaltende Iran-Konflikt hat Lieferketten gestört und die Energiepreise in die Höhe getrieben, was die Gewinnmargen im Lebensmittelsektor belastet. Analysten warnen jedoch, dass die Verhandlungen dennoch scheitern könnten, da bisher keine finanziellen Details bekannt gegeben wurden.
Sowohl Unilever als auch McCormick haben sich geweigert, zu den Verhandlungen Stellung zu nehmen. Falls das Abkommen zustande kommt, könnte Unilever seine Geschäftsabläufe straffen und sich auf wachstumsstärkere Bereiche konzentrieren. Die Struktur der Transaktion würde dem Unternehmen zudem helfen, erhebliche Steuerlasten zu vermeiden. Der Ausgang bleibt jedoch ungewiss, da die Gespräche unter Ausschluss der Öffentlichkeit weitergeführt werden.






