US-Richter kippt Trumps umstrittene Richtlinie für Obdachlosenhilfen
Ein Bundesrichter in Rhode Island hat eine unter der Regierung Trump eingeführte Richtlinie gekippt, die die Vergabekriterien für ein 75-Millionen-Dollar-Hilfsprogramm für Obdachlose geändert hatte. Das Urteil erklärte die Änderungen für rechtswidrig und wies das US-Bauministerium (HUD) an, die neuen Vorgaben aufzugeben. Unterstützer der Kläger begrüßten die Entscheidung als Sieg für benachteiligte Gemeinschaften.
Die Klage war von mehreren gemeinnützigen Organisationen eingereicht worden, die sich gegen die überarbeiteten Kriterien des Continuum of Care-Programms (CoC) wandten. Sie argumentierten, die Regierung habe die Mittelvergabe politisiert, indem sie diese an Faktoren wie die Politik von "Sanctuary Cities" oder den Schutz von Transgender-Personen knüpfte. Die Kläger warfen der Regierung vor, die Änderungen seien von politischen Motiven und nicht von evidenzbasierten Lösungen zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit geleitet worden.
Richterin Mary McElroy vom US-Bezirksgericht – selbst eine von Trump ernannte Juristin – urteilte, dass die Richtlinienänderung gegen den Administrative Procedure Act verstoße. Sie bezeichnete sie als "überstürzte Durchsetzung politischer Launen" und ordnete an, dass das HUD die neuen Auflagen zurücknehmen müsse. Die Behörde hatte die Änderungen damit verteidigt, sie dienten der Verbesserung der öffentlichen Sicherheit, der Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden und der Eigenständigkeit, indem sie den Drogenmissbrauch eindämmen sollten.
Ann Oliva, Geschäftsführerin der National Alliance to End Homelessness, nannte das Urteil einen Erfolg für Menschen, die durch die dauerhaften Wohnprogramme des HUD ihr Leben stabilisiert hätten. Sie betonte, dass die Bekämpfung von Obdachlosigkeit frei von parteipolitischen Einflüssen bleiben müsse.
Das HUD reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme zu der Entscheidung.
Mit dem Richterspruch werden die ursprünglichen Förderkriterien für das Hilfsprogramm wiederhergestellt. Damit fließen die 75 Millionen Dollar weiterhin ohne die zusätzlichen politischen Auflagen. Das Urteil unterstreicht zudem, dass Obdachlosenpolitik sich am Bedarf orientieren muss – und nicht an politischer Gesinnung.






