USA und Europa: Tiefgreifender Streit nach Iran-Angriffen entzweit die Verbündeten
Lina SeidelUSA und Europa: Tiefgreifender Streit nach Iran-Angriffen entzweit die Verbündeten
Die Spannungen zwischen den USA und Europa haben sich nach den jüngsten amerikanischen Militäroperationen gegen den Iran weiter verschärft. Die zwischen Ende 2025 und Anfang 2026 durchgeführten Angriffe haben tiefe Gräben offenbart, wie beide Seiten globale Sicherheit und die Verantwortung innerhalb der Allianz bewerten. Europäische Führungspersönlichkeiten stellen die Strategie Washingtons nun offen infrage – ein bemerkenswerter Wandel im Vergleich zu früheren Konflikten.
Die USA rechtfertigten die Schläge als notwendige Maßnahme, um die militärische Führung des Iran zu schwächen. Offizielle Stellen berichteten von minimalen eigenen Verlusten – weder amerikanische noch israelische Kampfflugzeuge seien abgeschossen worden –, während gleichzeitig behauptet wurde, fast alle führenden Vertreter des iranischen Regimes seien ausgeschaltet worden. Washington präsentierte die Operation als entscheidenden Schritt, um Teherans Fähigkeiten nachhaltig zu beeinträchtigen, und betonte, sie sei unvermeidbar gewesen.
Europa hingegen reagierte mit Skepsis und Distanz. Spitzenpolitiker wie Ursula von der Leyen und António Costa mahnten zur Deeskalation und pochten auf die Einhaltung des Völkerrechts, weigerten sich jedoch, die Angriffe zu unterstützen. Spanien verweigerte den USA im Februar 2026 sogar den Zugang zu seinen Militärbasen – ein Schritt, der in früheren Konflikten undenkbar gewesen wäre. Anders als bei früheren Uneinigkeiten, als einige EU-Staaten die USA unterstützten, zeigt sich der Block diesmal in seltenem Einklang in seiner Ablehnung.
Europäische Vertreter argumentieren, die Angriffe könnten die Unterstützung für das iranische Regime eher stärken als schwächen. Zudem stellen sie die US-Strategie zur Sicherung der Straße von Hormus infrage und warnen vor möglichen Risiken und Kosten. Da Europa in hohem Maße von Energieimporten abhängig ist, wirft Washington seinen Verbündeten vor, trotz des größten Nutzens kaum etwas zum Schutz der lebenswichtigen Handelsrouten beizutragen.
Die Kluft vertiefte sich weiter, als europäische Führungskräfte den Konflikt mit dem Iran mit den Worten "nicht unser Krieg" distanziert bezeichneten. Die USA wiederum wiesen die europäische Haltung als schwach und unzuverlässig zurück und bestätigten damit ihre Ansicht, dass das Machtungleichgewicht zwischen beiden Seiten bestehen bleibe. Beobachter verweisen auf den wachsenden Spott in der amerikanischen Rhetorik gegenüber den Partnern, während Europa auf eine eigenständigere Außenpolitik drängt.
Die Folgen der Iran-Angriffe haben die gegensätzlichen Prioritäten der USA und Europas schonungslos offengelegt. Während Washington auf militärische Entschlossenheit und Lastenteilung pocht, setzen europäische Führungskräfte auf Diplomatie, rechtliche Rahmenbedingungen und die Vermeidung von Verstrickungen. Der Streit deutet auf einen dauerhaften Wandel in den transatlantischen Beziehungen hin – beide Seiten beharren auf ihren grundverschiedenen Ansätzen in der globalen Sicherheitspolitik.






