21 March 2026, 08:33

Venezuela nach Maduros Sturz: Neue Machtkämpfe und internationale Spannungen

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße, einige halten Fahnen und Schilder, mit Bäumen, Gebäuden und einem klaren Himmel im Hintergrund.

Venezuela nach Maduros Sturz: Neue Machtkämpfe und internationale Spannungen

Venezuela: Umbruch in der Übergangsregierung nach Maduros Sturz

Nach dem Absetzen von Nicolás Maduro hat die venezolanische Übergangsregierung eine tiefgreifende Umstrukturierung erfahren. Die neue Staatschefin Delcy Rodríguez hat seit Januar fast die Hälfte des Kabinetts ausgetauscht. Besonders umstritten ist die Ernennung eines neuen Verteidigungsministers, die Befürchtungen über verstärkte Repression und Menschenrechtsverletzungen schürt.

Unterdessen gerät die Oppositionsführerin María Corina Machado zunehmend in Isolation, während sich internationale Bündnisse ohne ihre Beteiligung formen. Auch die USA unter Donald Trump verlagern ihren Fokus in Venezuela – weg von den von ihr vorangetriebenen demokratischen Reformen hin zu wirtschaftlicher Stabilisierung.

Der auffälligste Wechsel betrifft die Absetzung des langjährigen Verteidigungsministers Vladimir Padrino López. Sein Nachfolger, Gustavo González López, wurde von Rodríguez ernannt, nachdem ein militärisches Eingreifen der USA zum Sturz Maduros geführt hatte. González López, ehemaliger Chef des venezolanischen Geheimdienstes, steht im Ruf, eine harte Linie zu vertreten, und sieht sich seit Langem Vorwürfen wegen brutaler Repression und Korruption ausgesetzt. Sowohl die USA als auch die EU haben gegen ihn wegen Menschenrechtsverstößen Sanktionen verhängt.

Rodríguez' umfassende Kabinettsumbildung umfasst die Entlassung von über einem Dutzend Ministern in den vergangenen Wochen. Die Neuaufstellung zielt offenbar darauf ab, die Loyalität des Militärs zu sichern und sich von marxistischen Ideologen zu distanzieren. Stattdessen werden marktwirtschaftlich orientierte Technokraten berufen – ein mögliches Zeichen für eine wirtschaftliche Neuausrichtung.

Die Oppositionsführerin María Corina Machado sieht sich indes zunehmend an den Rand gedrängt. Während sich in Caracas und Washington neue Allianzen bilden, reist sie umher, um Kontakte zu rechtspopulistischen Regierungen im Ausland zu knüpfen. Ihr Einsatz für demokratischen Wandel steht nun in Konkurrenz zum Bestreben der US-Regierung, Venezuelas Wirtschaft zu stabilisieren.

Auch die Vereinten Nationen äußern Bedenken hinsichtlich des venezolanischen Amnestiegesetzes. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hinterfragte die Behauptungen der Regierung, politische Gefangene freizulassen. Die Organisation fordert mehr Transparenz bei der Anwendung des Gesetzes.

Die neue Führung in Venezuela festigt ihre Macht durch Geheimdienstvertreter und wirtschaftliche Reformen. Die Ernennung von González López deutet auf eine härtere Gangart gegen Andersdenkende hin, während Rodríguez' Kabinettsumbildung einen Wandel hin zu technokratischer Regierungsführung signalisiert. Angesichts von Machados schwindendem Einfluss und dem Druck der UN auf mehr Rechenschaftspflicht bleibt die politische Zukunft des Landes ungewiss.

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