Versandapotheken warnen vor drastischen Preiserhöhungen durch neue Arzneimittel-Regeln
Mila VoigtVersandapotheken warnen vor drastischen Preiserhöhungen durch neue Arzneimittel-Regeln
Neue Vorschriften für Versandapotheken in Deutschland treiben Kosten deutlich in die Höhe
Die Änderungen, die strengere Temperaturkontrollen zum Ziel haben, verlangen eine lückenlose Dokumentation und Überwachung entlang der gesamten Lieferkette. Branchenexperten warnen, dass die Preise für Kunden um bis zu 12 Prozent pro Bestellung steigen könnten.
Im Rahmen der Apothekenreform müssen Versandapotheken künftig die Temperaturen durchgehend erfassen und detaillierte Aufzeichnungen führen. Spezialverpackungen und elektronische Datenlogger erhöhen den Aufwand für jeden Versand. Allein diese Maßnahmen könnten die durchschnittlichen Versandkosten pro Paket um 4 bis 5 Euro steigern.
Bei einer typischen Bestellung im Wert von 40 Euro könnte das einen Preisanstieg von 10 bis 12 Prozent bedeuten. Die finanzielle Belastung beschränkt sich jedoch nicht auf einzelne Sendungen: Die jährlichen Mehrkosten für die Anbieter könnten sich auf 5 bis 6,25 Millionen Euro belaufen. Manche Unternehmen müssten möglicherweise Logistik auslagern oder eigene Liefernetzwerke aufbauen, um die Vorgaben zu erfüllen.
Besonders hart könnten die Änderungen sozial schwächere Gruppen treffen: Ältere, chronisch Kranke oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Patienten – sowie Menschen in abgelegenen Regionen – könnten vor größere Hürden gestellt werden, um lebenswichtige Medikamente zu erhalten. Große Anbieter wie DocMorris, Shop Apotheke und Medpex (mit 400.000 monatlichen Sendungen) müssen sich schnell anpassen. Auch Unternehmen wie Sanicare (10.000 tägliche Lieferungen) und apotal.de (mit über 3 Millionen Kunden) bereiten sich auf die Umstellung vor.
Die Reformen werden die Arzneimittelversorgung zwar sicherer machen, aber auch teurer. Kunden, die auf Versanddienste angewiesen sind, sollten sich ab Anfang nächsten Jahres auf höhere Kosten einstellen. Die Apotheken ihrerseits müssen in neue Systeme oder Kooperationen investieren, um die verschärften Regeln einzuhalten.






