Verteidigungsministerium blockiert Chat-Protokolle zu Rüstungsdeals mit Rheinmetall
Emil LangeVerteidigungsministerium blockiert Chat-Protokolle zu Rüstungsdeals mit Rheinmetall
Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) verweigert die Herausgabe von Chat-Protokollen zwischen Beamten und Rüstungskonzern-Vertretern. Die Unterlagen waren im Rahmen einer Untersuchung zu Beschaffungspraktiken der Bundeswehr angefordert worden. Das Ministerium begründete die Zurückhaltung mit Risiken für die nationale Sicherheit und interne Entscheidungsprozesse.
Die Anfrage stammte vom investigativen Rechercheverbund CORRECTIV, der Nachrichten- und SMS-Kommunikation zwischen Armin Papperger, dem Vorstandsvorsitzenden von Rheinmetall, sowie anderen Rüstungsunternehmen einsehen wollte. Das Ministerium argumentierte, eine Offenlegung könnte Fähigkeiten, Planungen und strategische Schwächen der Bundeswehr preisgeben.
2025 vereinfachte die Regierung die Regeln für Direktvergaben, sodass das Verteidigungsministerium Aufträge ohne Ausschreibungsverfahren vergeben konnte. Über 40 Verträge im Wert von mehr als 64 Milliarden Euro wurden vorab an bestimmte Unternehmen vergeben. Start-ups wie Helsing und Stark erhielten bereits in jenem Jahr ohne Wettbewerbsverfahren Aufträge für Kampfdrohnen.
Die Bundesregierung nahm zudem die Verteidigungsausgaben für 2025 von der Schuldenbremse aus und ermöglichte so nahezu unbegrenzte Rüstungskäufe. Unterdessen steht Rheinmetall kurz davor, rückwirkend einen Liefervertrag für Drohnen zu sichern. Der Haushaltsausschuss des Bundestags soll im April über das Geschäft abstimmen. CORRECTIV hat Widerspruch eingelegt und fordert teilweise Transparenz bei den Ministeriumskommunikationen.
Die Weigerung, die Chat-Protokolle freizugeben, steht im Kontext einer breiteren Kritik an Deutschlands militärischer Aufrüstung und Beschaffungspolitik. Während Milliarden durch Direktvergaben vergeben und Schuldenregeln gelockert werden, bleiben zentrale Details der Rüstungsdeals der Öffentlichkeit verborgen. Die anstehende Abstimmung des Bundestags über den Rheinmetall-Vertrag wird entscheiden, ob das Geschäft wie geplant umgesetzt wird.






