Von Eugenik bis Missbrauch: Warum US-Städte jetzt Namen streichen und Schulen umbenennen
Emil LangeVon Eugenik bis Missbrauch: Warum US-Städte jetzt Namen streichen und Schulen umbenennen
Eine Mittelschule in Burbank wurde nach jahrelangen Debatten über ihren früheren Namensgeber umbenannt. Die Entscheidung folgte einer von Schülern initiierten Untersuchung zu den umstrittenen Ansichten von David Starr Jordan. Unterdessen entfernen Städte in ganz Kalifornien zügig Bezüge zu César Chávez, nachdem jüngst Missbrauchsvorwürfe gegen ihn bekannt wurden.
Die Änderungen spiegeln eine breitere Diskussion über historische Persönlichkeiten und ihr Erbe im öffentlichen Raum wider.
Die Umbenennung der Jordan Middle School nahm ihren Lauf, als Schüler herausfanden, dass der Namensgeber der Schule die Eugenik unterstützt hatte. Es folgte ein dreijähriger Prozess mit Ausschüssen aus Lehrern, Verwaltungsmitarbeitern und Gemeindevertretern. Einige widersetzten sich der Änderung und argumentierten gegen die Streichung des Namens Jordan oder für eine Umbenennung zu Ehren einer noch lebenden Person.
Der Schulbezirk erwog Alternativen, darunter die Wahl eines anderen prominenten Jordan, einen neutralen Namen wie den einer Baumart oder die Beibehaltung des ursprünglichen Namens. Schließlich wurde die Schule in Dolores Huerta Middle School umbenannt. Die meisten Anwohner akzeptierten die Entscheidung letztlich, trotz anfänglicher Meinungsverschiedenheiten.
Anderswo verlief die Reaktion auf die Vorwürfe gegen César Chávez deutlich schneller. Innerhalb von nur zehn Tagen begannen Städte und Behörden, Statuen zu entfernen, Feiertage umzubenennen und Bezüge zu ihm aus Lehrplänen zu streichen. Los Angeles ersetzte den César Chávez Day durch den Farm Worker's Day, während einige Befürworter vorschlugen, stattdessen Dolores Huerta zu ehren.
Behörden empfehlen nun, vor künftigen Umbenennungen gründliche Recherchen durchzuführen, um ähnliche Kontroversen zu vermeiden.
Während der Umbenennungsprozess der Burbank-Schule Jahre der Diskussion benötigte, bis eine Lösung gefunden wurde, vollzog sich die Entfernung von Chávez' Namen und Abbildungen rasant. Beide Fälle zeigen, wie Gemeinden mit dem Erbe historischer Persönlichkeiten im öffentlichen Raum umgehen.






