VVN-BdA stärkt Kampf gegen Rechtsextremismus trotz interner Konflikte
Lina SeidelVVN-BdA stärkt Kampf gegen Rechtsextremismus trotz interner Konflikte
VVN-BdA bekräftigt Kampf gegen Rechtsextremismus – interne Konflikte bei Landesdelegiertenkonferenz in Berlin
Die VVN-BdA, eine der ältesten antifaschistischen Organisationen Berlins, hat auf ihrer jüngsten Landesdelegiertenkonferenz ihr Engagement gegen rechtsextreme Strömungen erneuert. Die Veranstaltung fand statt, nur wenige Tage nachdem in mehreren Bezirken der Stadt neonazistische Aufmärsche gemeldet worden waren. Gleichzeitig wurde auf der Konferenz über interne Spannungen diskutiert – darunter die Frage, ob man sich mit umstrittenen Friedensinitiativen verbünden solle.
Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist:innen (VVN-BdA), seit Jahrzehnten eine prägende Kraft im Kampf gegen rechtsextreme Bewegungen in Berlin, hat in den vergangenen Jahren unter anderem Gegenproteste organisiert und rechtsextreme Kundgebungen dokumentiert. Dazu zählen auch neonazistische Aufmärsche in Charlottenburg und Köpenick. Zudem unterstützt die Organisation juristisch Klagen gegen Genehmigungen für rechtsextreme Veranstaltungen.
Auf der Konferenz fiel auf, dass jüngere Aktivist:innen vermehrt Führungspositionen übernehmen – das jüngste Mitglied im geschäftsführenden Vorstand ist erst 24 Jahre alt. Viele Delegierte betonten die Notwendigkeit, geschlossen gegen Faschismus und Militarismus vorzugehen. Doch es gab auch Kontroversen: Besonders umstritten war die mögliche Zusammenarbeit mit Friedensinitiativen, die Verbindungen zu rechtsextremen oder rechtsextremnahen Kreisen haben. Eine Kooperation mit Gruppen wie "Die Basis" wurde schließlich abgelehnt.
Ein weiterer Streitpunkt war die Kampagne "Kufijas in Buchenwald", die das Tragen des palästinensischen Kopftuchs Keffiyeh bei Gedenkveranstaltungen in der Gedenkstätte Buchenwald fordert. Die Mehrheit der Delegierten lehnte den Vorschlag ab. Gleichzeitig wurde der übergeordnete Leitgedanke der Organisation – "Rechten keinen Raum lassen – für soziale Gerechtigkeit kämpfen" – bekräftigt. Dies geschieht vor dem Hintergrund aktueller Umfragen, die der rechtsextremen AfD vor den anstehenden Berliner Abgeordnetenhauswahlen wachsende Zustimmung bescheinigen.
Die Konferenz der VVN-BdA zeigte sowohl ihre weiterhin zentrale Rolle in der antifaschistischen Bewegung als auch die internen Debatten, die die Organisation prägen. Angesichts zunehmender rechtsextremer Demonstrationen und prognostizierter Wahlerfolge der AfD bleibt der Fokus der Gruppe auf der Bekämpfung von Extremismus gerichtet. Gleichzeitig prägen jüngere Mitglieder zunehmend ihre Ausrichtung, während sie weiterhin gegen neonazistische und rassistische Strömungen mobilisiert.






